STANDORT-VERLAGERUNGEN NACH INDIEN 

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Wie Global Capability Centres zu globalen Entscheidungszentralen werden 

In diesem Artikel schreibt Sanjay Lakhotia, Mitgründer und CEO des indischen Valtus-Alliance-Partners Noble House Consulting Pte., über den Nutzen und die Vorteile von Global Capability Centres (GCCs) in Indien. 

Indiens Revolution der Shared Services 

Indien hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem bevorzugten Standort für die Einrichtung von Global Capability Centres (GCCs) entwickelt – eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber den traditionellen Callcentern und Back-Office-Abteilungen. Schätzungen zufolge gibt es mittlerweile mehr als 2.000 GCCs, in denen über 2,5 Millionen Fachkräfte beschäftigt sind. Die GCCs decken zentrale Funktionen wie Finanzen & Buchhaltung, Personalwesen, Beschaffung und IT ab. Früher dienten sie ausschließlich als reine Supportabteilungen, doch mittlerweile entwickeln sie sich für jede dieser Funktionen zu globalen Entscheidungszentralen. 

Wer schon vor Ort ist: Europäische Firmen in Indien 

Es begann mit amerikanischen Unternehmen, die ihre Aktivitäten in Indien ansiedelten, doch europäische Unternehmen zogen bald nach. Zu den europäischen Unternehmen, die in jüngerer Zeit Global Capability Centres (GCCs) in Indien aufgebaut haben, zählen Sanofi, Carlsberg und Lonza. Andere europäische Konzerne – darunter Allianz, Deutsche Bank, Siemens, SAP, ABB, Bosch, Nestlé, Standard Chartered, Infineon Technologies, ANDRITZ, AVL List und Kapsch TrafficCom – sind schon seit Langem in Indien präsent, teilweise durch Technologie-, Engineering- oder Shared-Services-Zentren. 

Warum Indien, warum jetzt: Der Business Case 

Die vier wichtigsten Gründe, eine Verlagerung nach Indien in Erwägung zu ziehen, sind: 

  1. Kosten, die in Europa für den Betrieb einer vergleichbaren Organisation anfallen, betragen in Indien oft nur einen Bruchteil. 
  1. Fachkräfte, die Englisch sprechen und über fundierte Kenntnisse in unterschiedlichen Bereichen verfügen, gibt es in großer Zahl. Ebenso wächst mittlerweile die Zahl der Menschen, die auch andere europäische Sprachen beherrschen. Die Menschen sind zudem mit globalen Prozessen und Compliance-Anforderungen vertraut. 
  1. Skalierbarkeit: Aufgrund des leicht verfügbaren und gut ausbildbaren Talentpools können Unternehmen innerhalb von zwei Jahren von 20 auf 200 und weiter auf 500 Mitarbeitende wachsen. 
  1. Ökosystem: Zahlreiche Beratungsunternehmen unterstützen mit einsatzbereiten Modellen und flexiblen Vereinbarungen, die bei der raschen Umsetzung helfen. 

Die andere Seite der Medaille 

Ein Teil dieser Entwicklung führt zweifellos zu Personalabbau in jenen Ländern, die diese Arbeitsprozesse verlieren. Dort gibt es intensive Debatten über die Jobsicherheit, und es ist wichtig, dieses Thema sensibel anzugehen. Wenn Jobs verlagert werden, muss immer überlegt werden, wie man die Menschen wieder in Beschäftigung bringt. Hier sind zum Beispiel Arbeitsstiftungen ein probates Mittel. 

Für Interim Manager:innen bedeutet der Aufbau von Global Capability Centres eine Chance –  sowohl in Europa als auch in Indien. Interim Executives können beim Wissenstransfer und bei der Prozessdokumentation unterstützten und Governance-Rollen zur Steuerung der Geschäfte sowohl in Europa als auch in Indien übernehmen. Während der Fokus in Indien auf der Schulung des Teams liegt, liegt der Fokus in Europa auf der Gestaltung und Umsetzung eines fairen Übergabeprozesses. Es ist wichtig, neue Perspektiven für Mitarbeitende zu eröffnen, deren Aufgaben verlagert werden. Ohne die aktive Mitwirkung relevanter Know how Träger:innen der abgebenden Organisation kann eine Verlagerung nicht gelingen.   

Unternehmen wie Valtus sind über ihre Partner:innen und Interim Manager:innen weltweit gut aufgestellt, um Unternehmen zu unterstützen, die im Ausland Global Capability Centres aufbauen möchten. 

Manchmal eröffnen Unternehmen auch ihren eigenen Beschäftigten die Möglichkeit, nach Indien zu wechseln, um dort Teil des Führungsteams zu werden und für zwei bis drei Jahre als Expats mit den dortigen Teams zusammenzuarbeiten oder langfristig sogar dauerhafte Positionen zu übernehmen. 

Es gibt viele Gründe für Expert:innen und Manager:innen, für solche Positionen nach Indien zu gehen – zu den wichtigsten zählen niedrige Lebenshaltungskosten, ein hochwertiges Bildungsangebot, bestehende Expat-Communities, eine gesunde Unternehmenskultur und die Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern. Einige indische Städte bieten Lebensbedingungen, die den Standards der Herkunftsländer entsprechen. 

Eine bewährte Mischung für den Aufbau von Global Capability Centres ist eine Kombination aus Interim Manager:innen, Expats und lokalen Führungskräften. 

Wie Noble House und Valtus Alliance unterstützen können 

Das Noble-House-Team in Indien und die Valtus-Alliance-Partner:innen in Europa und Amerika haben maßgeblich dazu beigetragen, verschiedene Prozesse ihrer Kund:innen nach Indien zu verlagern. Sie helfen seit vielen Jahre zahlreichen Unternehmen bei der Ansiedelung in Indien. 

Zu den angebotenen Leistungen zählen: 

  • Erstellung eines Business Case für die Verlagerung von Arbeitsplätzen 
  • Unterstützung beim Aufbau der Standortwahl, der Infrastruktur und bei Registrierungen 
  • Dokumentation und Redesign der Prozess-Migration 
  • Bereitstellung von EOR-Dienstleistungen zum Start des Prozesses (EOR = Employer of Record, also die Bereitstellung einer indische Gesellschaft)  
  • Unterstützung bei der Rekrutierung des Teams 
  • Bereitstellung von Managed Operations über mehrere Jahre zur Skalierung, mit anschließender Übergabe des Geschäfts nach einem BOT-Modell (BOT = Build, Operate Transfer) 
  • Einbringung eines proprietären, KI-gestützten Technologie-Stacks, der den gesamten Lebenszyklus der Verlagerung abdeckt, von der Rekrutierung über die Migration bis hin zur Compliance  
  • Entwicklung und Umsetzung von Restrukturierungskonzepten im Land bzw. jenen Ländern, in denen Kapazitäten abgebaut werden – einschließlich Sozialpläne und Arbeitsstiftungen 

Technologie entwickelt sich zunehmend zum wichtigsten Unterscheidungsmerkmal beim Aufbau von GCCs, und genau hier bietet Noble House einen deutlichen Mehrwert, der über Prozesse und Personal hinausgeht. Noble House verfügt über ein proprietäres Managementsystem für Bewerber:innen (Applicant Tracking System), das semantische Suche und GPT-4o-gestütztes Matching nutzt, um die Einstellungszeiten für die in Indien auzubauenden Teams deutlich zu verkürzen. Das KI-gestützte CRM automatisiert die Kontaktaufnahme und das Pipeline-Management für das verlagerte Geschäft, und die Compliance-Plattform für die Belegschaft automatisiert die gesetzlich vorgeschriebene Nachverfolgung und Berichterstattung. Deshalb müssen Unternehmen, die von 20 auf 500 Mitarbeitende wachsen, dieses Compliance-Fundament nicht von Grund auf selbst aufbauen. 

Unternehmen, die mit Valtus Alliance und Noble House zusammenarbeiten, erhalten mehr als nur einen Partner für die Umsetzung der Verlagerung – sie erhalten einen Technologiepartner, der ihnen hilft, von Anfang an ein KI-natives GCC aufzubauen, anstatt Jahre später KI nachträglich in ein veraltetes Back-Office-Modell zu integrieren. 

Valtus Alliance kann über sein umfangreiches Netzwerk an Partner:innen und Interim Manager:innen, das mehr als 30 Länder weltweit abdeckt und in ganz Europa stark vertreten ist, die passenden Kompetenzen in beiden Ländern bereitstellen – sowohl im Land, aus dem Arbeitsprozesse verlagert werden, als auch im Zielland. 

Global Decision Centres in Indien 

Indiens Rolle in der Weltwirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Was mit der Verlagerung von Callcentern und routinemäßigen Back-Office-Prozessen begann, hat sich zunehmend zu einem Netzwerk von Global Capability Centres (GCCs) entwickelt, die Technologie, Engineering und spezialisierte Unternehmensfunktionen vereinen und in manchen Fällen auch mit globalen Entscheidungsbefugnissen ausgestatten sind. Da Indiens Wirtschaft im Jahr 2026 voraussichtlich um rund 6 bis 7 Prozent wachsen wird und die Fertigungs-, Technologie- und Dienstleistungssektoren weiter expandieren, wird das Land im kommenden Jahrzehnt voraussichtlich eine wachsende Zahl globaler Kompetenz- und Entscheidungszentren beherbergen. Die Übernahme der Kontrolle über den österreichischen Motorradhersteller KTM durch Bajaj Auto veranschaulicht diesen umfassenderen Wandel: Indische Unternehmen sind nicht mehr nur Empfänger verlagerter Aktivitäten, sondern werden zunehmend zu einflussreichen Investoren, Eigentümern und strategischen Entscheidungsträgern in der Weltwirtschaft.