CRO Office

Was ist ein CRO Office? 

Ein CRO Office ist ein spezialisiertes Team, das zusammen mit dem Chief Restructuring Officer (CRO) alle für die Restrukturierung und den Turnaround relevanten Arbeitspakete betreut. Es koordiniert und treibt zentrale Maßnahmen voran. Zu den typischen Aufgaben gehören die Definition und Umsetzung von Maßnahmen, das Liquiditätsmanagement, die Vorbereitung von Transaktionen sowie das Stakeholdermanagement und die Kommunikation mit Finanzierern. 

Wann wird ein CRO Office eingesetzt? 

Ein CRO Office ist insbesondere bei großen, komplexen Restrukturierungen mit einer Vielfalt an Stakeholdern von Vorteil. Oftmals ist es schlichtweg unmöglich für eine einzelne Person, alle Aufgaben rund um die Restrukturierung zu koordinieren. Die Erwartungen der unterschiedlichen Stakeholder an einen CRO sind umfangreich. Ein zentraler Erfolgsfaktor einer Restrukturierung ist es, Transparenz und Vertrauen zu schaffen. Dafür ist häufige und persönliche Kommunikation mit den Stakeholdern notwendig, was primär die Aufgabe des CRO ist. Ein unterstützendes Team im Hintergrund, das den CRO bei den inhaltlichen Themen entlastet, ist dabei hilfreich. 

Wie erfolgt die Einbindung des CRO Offices in die restliche Organisation? 

Das CRO Office ist integraler Bestandteil der Organisation und übernimmt die zentrale Steuerung und Koordination des Restrukturierungsprogramms. Es entlastet die Fachbereiche, indem es ausgewählte Aufgaben – insbesondere mit hoher Analyse- und Koordinationsintensität – übernimmt und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit sicherstellt. Gerade in Restrukturierungssituationen ist die Finanzfunktion häufig stark beansprucht. Aufgaben wie Liquiditätsplanung, integrierte Business-Planung oder das zentrale Reporting können daher sinnvollerweise im CRO Office gebündelt werden. 

Die Verantwortung für die inhaltliche Ausgestaltung und Umsetzung der Maßnahmen verbleibt grundsätzlich in den jeweiligen Fachbereichen. Das CRO Office schafft jedoch Transparenz über Fortschritte, koordiniert Abhängigkeiten, verfolgt Maßnahmen systematisch nach und stellt sicher, dass Entscheidungen zeitnah vorbereitet und umgesetzt werden. Umfang, Aufgaben und Befugnisse des CRO Office werden dabei stets an die konkrete Restrukturierungssituation sowie an Größe, Komplexität und Organisationsstruktur des Unternehmens angepasst. 

Weniger ist mehr! Zu viele Baustellen gleichzeitig lenken den Fokus ab, und sie überstrapazieren die vorhandenen Ressourcen.

Welchen Mehrwert bietet ein CRO Office gegenüber einer klassischen Projektorganisation? 

Eine klassische Projektorganisation setzt in der Regel ein einzelnes, klar abgegrenztes Projekt um. Ein CRO Office hingegen hat die Aufgabe, den gesamten Restrukturierungsprozess zu steuern – und damit mehrere Projekte gleichzeitig zu leiten, etwa Ergebnissteigerungsprogramme, einen allfälligen M&A-Prozess, Carve-outs, Liquiditätssteuerung, Bankenkommunikation und eine Refinanzierung. Es ist daher weniger ein klassisches Project Management Office (PMO), das einzelne Vorhaben plant und nachverfolgt, sondern führt und verzahnt die verschiedenen Arbeitsströme einer Sanierung zu einem Gesamtprogramm. Durch die unmittelbare Anbindung an den CRO und die Geschäftsführung sowie die dafür notwendigen Befugnisse entsteht die für einen Turnaround erforderliche Geschwindigkeit und Verbindlichkeit, die eine klassische Projektorganisation in einer solchen Zuspitzung meist nicht leisten kann. 

Welche Kompetenzen sollten die Mitglieder eines CRO Office mitbringen? 

Die Mitglieder eines CRO Office sollten fachliche Expertise mit ausgeprägten kommunikativen und methodischen Fähigkeiten verbinden sowie Erfahrung aus vergleichbaren Sondersituationen mitbringen. Zentral sind fundierte Kenntnisse in den Bereichen Finanzen, Controlling und Liquiditätsmanagement ebenso wie Erfahrung im Projekt- und Maßnahmenmanagement. Da Restrukturierungen unter hohem Zeit- und Erwartungsdruck ablaufen, sind Belastbarkeit, Pragmatismus und eine strukturierte, ergebnisorientierte Arbeitsweise entscheidend. Ebenso wichtig sind Kommunikationsstärke und Empathie bzw. Fingerspitzengefühl im Umgang mit den unterschiedlichen Stakeholdern, um Transparenz und Vertrauen zu schaffen.  

Kann ein CRO Office auch gemeinsam mit den Mitarbeitenden des Unternehmens aufgebaut werden? 

Ja, der gemeinsame Aufbau mit Mitarbeitenden des Unternehmens wird von VALTUS Management Factory sogar ausdrücklich empfohlen. In der Praxis wird das CRO Office häufig als gemischtes Team aus externen Restrukturierungsexpertinnen und -experten und internen Mitarbeitenden aufgesetzt. Die internen Kräfte bringen unverzichtbares Wissen über Prozesse, Produkte und die Organisation mit, während die externen Mitglieder Methodenkompetenz, Erfahrung aus vergleichbaren Situationen und die notwendige Objektivität beisteuern. Dieser Ansatz beschleunigt nicht nur die Arbeitsfähigkeit des Teams, sondern stärkt auch die Akzeptanz im Unternehmen und sichert den Transfer von Know-how, sodass die Organisation die Restrukturierung zunehmend eigenständig weitertragen kann. 

Wie lange bleibt ein CRO Office typischerweise im Einsatz? 

Die Einsatzdauer eines CRO Office richtet sich nach Umfang und Komplexität der Restrukturierung und lässt sich nicht pauschal festlegen. In den meisten Fällen liegt sie zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Eine erste, intensive Phase dient der Stabilisierung – etwa der Sicherung der Liquidität und der Umsetzung der dringlichsten Maßnahmen –, während die anschließende Phase auf die nachhaltige Verankerung der Restrukturierung und die Rückkehr zu einem tragfähigen Geschäftsmodell abzielt. Mit fortschreitender Stabilisierung wird das CRO Office in der Regel schrittweise zurückgefahren und seine Aufgaben werden sukzessive an die Linienorganisation übergeben. Ziel ist von Beginn an, das Unternehmen wieder in die Lage zu versetzen, die Steuerung eigenständig zu übernehmen.