Operational Excellence in der Praxis #4

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Engpässe sind keine Probleme. Sie sind Chancen für mehr Produktivität!

Unser Interim Manager Ralph Potzinger betont, dass Engpässe Chancen darstellen: Potenziale für einen erhöhten Output.

In seinen Mandaten als Interim Manager begegnet Ralph Potzinger immer wieder einer interessanten Situation: Unternehmen funktionieren über Jahre hinweg erfolgreich – auch ohne ausgeprägte Kennzahlensysteme oder systematische Prozesssteuerung.

  • Das Erfolgsrezept? Die Erfahrung, das Wissen und das Engagement langjähriger Mitarbeiter:innen.
  • Doch was passiert, wenn dieses eingespielte System aus dem Gleichgewicht gerät?

Plötzlich steigen die Durchlaufzeiten, Liefertermine geraten unter Druck und die Produktivität sinkt. Die Ursachen sind häufig nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Seine Erfahrung zeigt: Man muss nicht immer mit einer aufwendigen Prozessanalyse beginnen, um spürbare Verbesserungen zu erzielen.

Oft reicht ein gezielter Blick auf die tatsächlichen Abläufe. Denn Engpässe zeigen uns, wo das größte Verbesserungspotenzial liegt.

Ein Beispiel aus der Produktion:

Material staut sich vor einem bestimmten Prozessschritt. Nachgelagerte Anlagen warten auf Nachschub, während vorgelagerte Bereiche weiter produzieren.

Der Engpass begrenzt den Output des gesamten Systems.

Wird dieser Engpass gezielt beseitigt, steigt die Leistungsfähigkeit des Gesamtprozesses. Der Materialfluss verbessert sich – bis möglicherweise an anderer Stelle ein neuer Engpass entsteht.

Und genau darin liegt die Chance: Jeder neu sichtbar werdende Engpass eröffnet weiteres Potenzial zur Leistungssteigerung.

Operational Excellence bedeutet deshalb nicht, überall gleichzeitig zu optimieren. Es bedeutet, die richtigen Verbesserungen in der richtigen Reihenfolge umzusetzen.

Der Ansatz von Ralph Potzinger in der Praxis:

  • Gelebte Prozesse verstehen, statt nur dokumentierte Abläufe zu betrachten.
  • Engpässe identifizieren, die den Gesamtdurchsatz begrenzen.
  • Ursachen gezielt beseitigen, statt Symptome zu bekämpfen.
  • Verbesserungen anhand geeigneter Kennzahlen messbar machen.
  • Den nächsten Engpass erkennen und den Verbesserungsprozess fortsetzen.

Die entscheidende Frage lautet nicht: Wo können wir noch effizienter werden? Sondern: Was begrenzt aktuell die Leistungsfähigkeit unseres gesamten Unternehmens?

Wer diese Frage beantworten kann, hat bereits den ersten wichtigen Schritt zu mehr Produktivität, höherem Output und nachhaltiger Wettbewerbsfähigkeit gesetzt.

Wie gehen Sie in Ihrem Unternehmen mit Engpässen um? Werden diese systematisch analysiert oder erst dann bearbeitet, wenn sie zum akuten Problem werden?