Operational Excellence in der Praxis #3

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Wissen Sie, welche Betriebsmittel wirklich kritisch sind?

Michael Kiel gibt dazu einen einfachen Praxistipp: Nicht jede Maschine ist für eine Produktion gleich wichtig. In seinen Mandaten hat er deshalb gerne eine einfache ABC-Analyse der wesentlichen Betriebsmittel durchgeführt.

Dabei ging es nicht nur um technische Kennzahlen oder die Häufigkeit von Störungen. Entscheidend war die Bedeutung des Betriebsmittels für die Produktion.

Für die Bewertung haben wir unter anderem drei Kriterien betrachtet:

1. Ausweichmöglichkeit
Kann die Bearbeitung bei einem Ausfall auf einer anderen Maschine durchgeführt werden – oder steht der Prozess?

2. Wiederbeschaffungsaufwand / Anlagenwert
Wie hoch ist der Wert des Betriebsmittels und wie aufwendig wäre eine Reparatur oder Ersatzbeschaffung?

3. Qualitätsanspruch der Bearbeitung
Wie anspruchsvoll ist der Prozess? Kann die geforderte Qualität auch auf alternativen Betriebsmitteln zuverlässig erreicht werden?

Aus der Bewertung entstand eine einfache Einteilung:

A-Betriebsmittel: hohe Kritikalität – besondere Aufmerksamkeit
B-Betriebsmittel: mittlere Kritikalität – gezielte Absicherung
C-Betriebsmittel: geringe Kritikalität – wirtschaftlicher Standard

Der Nutzen liegt nicht in der ABC-Liste selbst.

Sie schafft eine gemeinsame Grundlage für Entscheidungen: Wo brauchen wir vorbeugende Instandhaltung? Wo kritische Ersatzteile? Wo Redundanz? Und wo wäre zusätzlicher Aufwand wirtschaftlich nicht sinnvoll?

Sein Praxistipp:

Nicht alle Betriebsmittel gleich behandeln. Erst Kritikalität transparent machen – dann Instandhaltung und Ressourcen danach ausrichten.
Operational Excellence bedeutet für Michael Kiel auch, begrenzte Ressourcen dort einzusetzen, wo ihr Ausfall die größte Wirkung auf die Produktion hätte.