Nutzen Sie Cashpooling nicht nur operativ, sondern auch als Frühwarnsystem für Krisen!

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Unsere Interim Managerin Petra Olbrich weist zurecht darauf hin, dass Cashpooling erhebliche Risiken birgt, sobald sich ein Konzern in wirtschaftlicher Schieflage befindet. Was zuvor als effizientes Liquiditätsmanagement erschien, kann bei mangelnder Transparenz zu einer gefährlichen Verzerrung der tatsächlichen Finanzlage führen.

Besonders in der Restrukturierung treten die Schwächen und Gefahren eines unzureichend gesteuerten Cashpools offen zutage:

1) Fehlende Klarheit über die Liquidität einzelner Gesellschaften und Intransparenz hinsichtlich der Mittelherkunft und -verwendung;
2) Potenzielle Haftungsrisiken für Geschäftsführer:innen bei Mittelverschiebungen;
3) Missverständnisse mit den Kreditgebern bezüglich der tatsächlichen Liquiditätsreserven.

Ein Cashpool ohne klare Struktur kann dazu führen, dass Entscheidungen auf Basis unvollständiger oder irreführender Informationen getroffen werden. Dadurch steigt das Risiko, dass externe Partner – insbesondere Banken – das Vertrauen in die Steuerungsfähigkeit des Unternehmens verlieren.

Petra Olbrichs Restrukturierungstipp für diesen Monat: Nutzen Sie Cashpooling nicht nur operativ, sondern auch als Frühwarnsystem für Krisen!

a) Etablieren Sie eine transparente Darstellung der Liquidität jeder Konzerngesellschaft;
b) Optimieren Sie interne Verrechnungsmechanismen und führen Sie regelmäßige Belastungstests durch;
c) Definieren Sie klare Zuständigkeiten für Liquiditätsverantwortung und Steuerung;
d) Führen Sie frühzeitige Gespräche mit Finanzierungspartnern;
e) Ziehen Sie eine/n erfahrene Expertin/en hinzu, die/der rechtliche, finanzielle und operative Risiken gezielt identifiziert und mit Ihnen absichert.

Cashpooling ist nicht das Problem – aber es wird eins, wenn es niemand versteht.

Wer in der Krise klare Verhältnisse schafft, sichert nicht nur Liquidität, sondern auch Vertrauen – intern wie extern.