Europaweite Insolvenzentwicklung und ihre Bedeutung für Financial Advisory

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Unser Associate Gregor Braunegg fasst die Highlights aus den jüngsten Veröffentlichungen der Creditreform Österreich und des KSV1870 für Sie zusammen:

Die aktuellen Berichte verdeutlichen einen besorgniserregenden Trend: Im Jahr 2024 stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Westeuropa um 12,2 % und erreichte mit 190.449 Fällen den höchsten Stand seit 2013.

Besonders betroffen waren Deutschland (+22,5 %), Österreich (+21,9 %) und Frankreich (+17,4 %) – Schlüsselmärkte für zahlreiche Branchen.

Historisch betrachtet weist insbesondere Frankreich einen hohen Anteil am europäischen Insolvenzgeschehen auf. Im Jahr 2024 hat sich dieser Anteil nochmals erhöht und liegt nun bei nahezu 35 % aller Fälle in Europa. Die Insolvenzstatistiken zeigen, dass die prozentuale Verteilung der Hauptwirtschaftsbereiche am Insolvenzgeschehen in Westeuropa annähernd gleich geblieben ist, sodass ein Anstieg der Insolvenzen in allen Wirtschaftsbereichen zu verzeichnen war.

In Österreich allein meldeten 6.693 Unternehmen Insolvenz an, darunter prominente Namen wie Kika/Leiner, Fisker und KTM. Auch Mittelstands- und Kleinstunternehmen litten massiv unter der Last hoher Energiepreise, Inflation, sinkender Konsumnachfrage und einer insgesamt schwachen Konjunktur. Besonders stark stiegen hier die Insolvenzen im Verarbeitenden Gewerbe (plus 27,7%) und im Dienstleistungssektor (plus 26,8%).

Ein Blick auf die Zahl der Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen verdeutlicht für 2024, dass Österreich mit 160 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen im europäischen Spitzenfeld liegt. Deutschland verzeichnet mit 71 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen dagegen weniger als die Hälfte dieses Wertes.

Diese Entwicklung stellt nicht nur die betroffenen Firmen, sondern auch deren Geschäftspartner vor enorme Herausforderungen. Der Dominoeffekt von Großinsolvenzen führt dazu, dass auch wirtschaftlich stabile Unternehmen in Schwierigkeiten geraten. Für Unternehmen wie die Management Factory ergeben sich daraus zentrale Handlungsfelder. Als spezialisierte Financial Advisory Boutique stellen wir Fortbestehensprognosen, Independent Business Reviews, Angemessenheitsprüfungen sowie Transaktionsbegleitungen (M&A) bereit. Diese Dienstleistungen sind insbesondere in einem Marktumfeld gefragt, das von Unsicherheiten, Liquiditätsengpässen und einer steigenden Zahl an Restrukturierungsfällen geprägt ist.

Zusätzlich haben wir jahrzehntelange Expertise im Executive Interim Management. Der kombinierte Ansatz aus finanzieller Analyse und operativer Umsetzung ermöglicht es, gemeinsam mit Unternehmen einen Turnaround zu schaffen. So kann die in der Fortbestehensprognose identifizierte Sanierungsstrategie durch eine:n erfahrene:n Restrukturierungsmanager:in vor Ort in die Praxis übertragen werden. Besonders in einem Umfeld, in dem Insolvenzen immer häufiger gar nicht mehr eröffnet werden, weil allein schon die Mittel zur Kostendeckung fehlen, ist ein frühzeitiges Eingreifen entscheidend.

Laut den aktuellen Quartalsstatistiken des KSV1870 setzt sich der negative Trend auch im ersten Quartal 2025 fort, und es wird für die Folgequartale mit ähnlich hohen Insolvenzzahlen gerechnet. Die Management Factory bietet hier sowohl finanzielle Beratung als auch operative Unterstützung aus einer Hand an, um nachhaltige Lösungen für komplexe Herausforderungen zu schaffen und damit nicht nur das kurzfristige Überleben, sondern auch die mittelfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.