Executive Interim Management APAC und im Nahen Osten

Der Markt für Executive Interim Management im APAC-Raum und im Nahen Osten befindet sich noch im Aufbau, gewinnt jedoch zunehmend an Dynamik – insbesondere in Ländern, die sich in einem tiefgreifenden wirtschaftlichen Wandel befinden. Staaten wie Saudi-Arabien und die Türkei treiben die Nachfrage durch nationale Reformprogramme, groß angelegte Entwicklungsprojekte und Restrukturierungen im privaten Sektor stark voran.

TÜRKEI / Frühphase der Einführung in einer Wirtschaft im Restrukturierungsprozess

Als strategische Brücke zwischen Europa und Asien durchläuft die Türkei derzeit einen raschen wirtschaftlichen und organisatorischen Wandel, geprägt durch eine junge Bevölkerung, sich verändernde Geschäftsmodelle und anhaltenden ökonomischen Druck. Inflation und häufige Entlassungen haben den Bedarf an schneller Anpassung erhöht – und damit ein Umfeld geschaffen, in dem Executive Interim Management, obwohl noch in der Entwicklung, zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Nachfrage wird vor allem durch Digitalisierung, Restrukturierung und die wachsende Rolle der Türkei als regionaler Produktions- und Dienstleistungsstandort bestimmt.

Executive Interim Management Lösungen werden derzeit vor allem von mittelständischen und großen lokalen Unternehmen, Start-ups sowie multinationalen Konzernen genutzt, die mit einem Mangel an erfahrenen lokalen Führungskräften konfrontiert sind. Die meisten Aktivitäten konzentrieren sich auf Istanbul und die großen Industriegebiete – dort, wo der Transformationsbedarf am größten ist und lokale Talente oft stark ausgelastet sind.

Executive Interim Management befindet sich in der Türkei noch in einem frühen Entwicklungsstadium, doch die Nachfrage wächst rasant – insbesondere in Unternehmen, die Transformationen durchlaufen, ihre Performance verbessern müssen oder mit operativen Herausforderungen aufgrund der hohen Inflation konfrontiert sind.

Kıvanç Ersöz, Founder & Group CEO bei E&E Group, Türkei

SAUDI-ARABIEN / Vision 2030 treibt die Nachfrage nach strategischer Führung voran

Saudi-Arabien treibt eines der ambitioniertesten Transformationsprogramme der Welt voran. Gestützt auf ein BIP von 1,24 Billionen US-Dollar, den Public Investment Fund (PIF) und die strategischen Ziele der Vision 2030 wächst der Bedarf an erfahrener Executive-Leadership rasant. Mit einer überwiegend jungen Bevölkerung, laufenden Arbeitsmarktreformen und wachsender Unterstützung für Unternehmertum und Freelancing schafft der duale Arbeitsmarkt des Landes – bestehend aus rund 60 % Expatriates und 40 % Staatsangehörigen – zunehmend Raum für flexible Executive-Lösungen.

Vision 2030 gestaltet sämtliche Wirtschaftssektoren des Landes neu. Großprojekte wie NEOM und das Red Sea Project erhöhen den Bedarf an Führungskräften in komplexen Infrastruktur- und Tourismusentwicklungen. Auch in Bereichen wie Regierungsrestrukturierung, Saudisierung im Privatsektor sowie Initiativen zur Diversifizierung des Energiesektors steigt der Bedarf an Executive-Expertise deutlich.

„Executive Interim Management ist in Saudi-Arabien noch ein völlig unerschlossener Markt, doch der durch Vision 2030 entstehende Auftrieb legt das Fundament für künftiges Wachstum.“
Xavier Saez, Partner bei Valtus in Saudi-Arabien

INDIEN / Wachsende Bedeutung von Executive-Leadership in einer skalierungsgetriebenen Wirtschaft

Als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt und bedeutender globaler Technologie- und Dienstleistungsstandort entwickelt sich Indien zu einem der dynamischsten und vielversprechendsten Märkte für Executive Interim Management im asiatisch-pazifischen Raum.

Der indische Arbeitsmarkt ist riesig, aber weitgehend informell – rund 94 % der Beschäftigten arbeiten außerhalb des formellen Sektors. Starre Arbeitsgesetze und eine starke kulturelle Präferenz für Festanstellungen haben Flexibilität bislang eingeschränkt.

Doch rasches Wirtschaftswachstum, steigende Auslandsinvestitionen sowie umfassende digitale und regulatorische Transformation lassen die Nachfrage nach kurzfristiger Executive-Leadership deutlich steigen. Interim-Mandate sind häufig mit M&A-Aktivitäten, Compliance-Anforderungen, Transformationsprojekten oder Skalierungsphasen in den Bereichen Finanzen, Technologie, Industrie, Infrastruktur und Konsumgüter verbunden.

Indiens Größe, Veränderungstempo und globale Vernetzung schaffen ein ideales Umfeld für Executive Interim Leadership – insbesondere in Sektoren, in denen Transformation keinen Aufschub duldet.

Sanjay Lakhotia, CEO bei Noble House, Indien

CHINA / Interim Executive Leadership treibt die nächste Phase der wirtschaftlichen Entwicklung voran

Chinas Markt für Executive Interim Management gewinnt zunehmend an Dynamik, da sich das Land von einer industrie- zu einer dienstleistungs- und technologiegetriebenen Wirtschaft wandelt.

CFO-, COO-, CHRO- und Procurement-Direktor:innen sind zunehmend gefragt.
Der Bedarf an spezialisierter Executive-Leadership steigt rasant – insbesondere in digitaler Transformation, Compliance und finanzieller Transparenz, M&A sowie in der Optimierung von Lieferketten. Die stärkste Nachfrage kommt von Unternehmen mit ausländischer Beteiligung, Joint Ventures und schnell wachsenden Innovationsunternehmen.

Auch in Branchen, die sich in tiefgreifender Transformation befinden – darunter Automobilindustrie, Maschinenbau, Umwelttechnologie und Konsumgüter – beschleunigt sich die Nachfrage nach Führungskräften. Diese Sektoren verfolgen Wachstum durch neue Technologien und höhere operative Effizienz.

„Der Aufstieg lokaler Marktführer im Rahmen von ‚Made in China 2025‘ hat den Wettbewerb um Top-Talente weiter verschärft. Interim Leadership bietet einen kulturell angepassten und effizienten Weg, Kompetenz während der Transformation zu stärken.“
Thaddaeus Mueller, Managing Partner bei Fes Partners, China

KOREA / Transformation gestalten und kulturelle Normen wahren

Der Markt für Executive Interim Management in Korea steckt zwar noch in den Anfängen, doch frühe Entwicklungen zeigen ein wachsendes Interesse – insbesondere für digitale Transformation, Krisen- und Turnaround-Situationen sowie M&A-getriebene Projekte.

In Südkorea sind sichere Arbeitsplätze vor allem in Großunternehmen konzentriert, während KMU stärker auf prekäre Beschäftigungsformen angewiesen sind. Dieses Ungleichgewicht führt zu Skill-Gaps und Widerstand gegenüber flexiblen Arbeitsmodellen. Tief verwurzelte Präferenzen für Festanstellungen bleiben eines der größten Hindernisse für die breitere Nutzung von Executive Interim Management.

Industrie- und exportorientierte Branchen wie Automobilbau, Schiffbau und Energie tun sich häufig schwer mit umfassenden Transformationsvorhaben. Externe Führungskräfte können hier die notwendige Geschwindigkeit, Neutralität und Wirkung einbringen. Zunehmende Cloud-Nutzung, Industrie-4.0-Initiativen und Smart Manufacturing eröffnen zudem erhebliche Chancen für neue Interim-Mandate.

Das Konzept des Executive Interim Management ist in Südkorea noch relativ neu. Doch mit der Weiterentwicklung der Geschäftslandschaften – insbesondere im digitalen Umfeld und im Zusammenhang mit M&A – beginnen Unternehmen zunehmend, den Wert kurzfristiger Executive-Expertise zu erkennen.

— KJ Lee, Managing Partner bei You & Partners Inc., Südkorea

JAPAN / Traditionelle Strukturen neu denken

Geprägt von langjährigen Beschäftigungstraditionen und einer eher vorsichtigen Unternehmenskultur befindet sich Japans Markt für Executive Interim Management noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Dennoch schaffen Digitalisierung, demografischer Wandel und die Modernisierung traditioneller Industrien neue Chancen für Executive-Leadership – insbesondere in den Bereichen Technologie, Gesundheitswesen und Fertigung.

In Japan zählen Loyalität und Betriebszugehörigkeit bei Karriereschritten oft mehr als Leistung. Führungspositionen werden in der Regel über viele Jahre hinweg intern besetzt, und vertragsbasierte Arbeit wird nach wie vor überwiegend mit gewerblichen Tätigkeiten in Verbindung gebracht. Entsprechend ist das Bewusstsein für Interim-Executive-Modelle bislang gering.

Unternehmen in ausländischem Besitz sowie kleine und mittelständische Firmen zeigen eine höhere Bereitschaft, flexible Führungsformen einzusetzen – insbesondere während Transformationen oder Restrukturierungen. Die stärkste Nachfrage kommt aus der Fertigungsindustrie, gefolgt von wachsendem Interesse an digitaler Transformation, Gesundheitssektor und Private Equity.

Die Tradition lebenslanger Beschäftigung lässt sich zunehmend schwer aufrechterhalten. Während sich Unternehmen an demografische und technologische Veränderungen anpassen, bietet Interim-Leadership eine flexible Lösung, um Übergangsphasen wirksam zu gestalten.

Hajime Baba, CEO bei Clareza Partners, Japan

SINGAPUR / Treiber multinationaler Transformation

Als führendes Finanz- und Wirtschaftszentrum Südostasiens spielt Singapur eine zentrale Rolle im wachsenden regionalen Interesse an Executive Interim Management. Mit mehr als 7.000 multinationalen Unternehmen im Stadtstaat und einer Regierung, die flexible Arbeitsformen aktiv unterstützt, sind die Voraussetzungen für die Einführung von Interim-Leadership äußerst günstig – besonders in Sektoren, die sich rasant wandeln. Auch wenn einige Branchen weiterhin Festanstellungen bevorzugen, trägt der Aufstieg von Fractional- und projektbasierten C-Suite-Fachkräften sowie eine zunehmend offene Haltung gegenüber nichttraditionellen Arbeitsmodellen dazu bei, Interim-Lösungen im Executive-Bereich zu etablieren.

Starkes Wachstum in den Bereichen KI, Cloud-Technologien, Fintech, Halbleiter und Pharma – im Einklang mit Singapurs Smart-Nation-Agenda und den Zielen der wirtschaftlichen Diversifizierung – treibt die Nachfrage nach C-Suite- und Führungsexpert:innen in Technologie, Gesundheitswesen, Finanzwesen und der fortgeschrittenen Fertigung an.

„Executive Interim Leadership gewinnt in Singapur an Dynamik, besonders in Branchen, in denen Transformation permanent ist und Geschwindigkeit entscheidend – wie Finanzwesen, Gesundheitssektor und Hightech.“
Ramesh Ramchand, Managing Director bei Radialis, Singapur

AUSTRALIEN / Wachstum getragen von digitaler und sektorgetriebener Nachfrage

Auch wenn die Einführung bislang eher schrittweise erfolgt, ist Australiens Markt für Executive Interim Management klar auf Wachstum ausgerichtet – angetrieben durch steigende Nachfrage in digitaler Transformation, IT-Modernisierung und sektorgetriebener Restrukturierung.

Der australische Arbeitsmarkt wird vom Dienstleistungssektor dominiert, der fast 80 Prozent aller Beschäftigten umfasst – darunter Gesundheitswesen, Bildung, Handel und Finanzdienstleistungen. In diesem Umfeld besteht besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen mit einem Umsatz von unter 100 Millionen Dollar ein hoher Bedarf an Executive Leadership, vor allem in den Bereichen Finanzwesen, Bergbau, Energie und Gesundheitssektor.

Executive Interim CFOs, CTOs, CEOs und COOs werden zunehmend benötigt, um ERP-Einführungen sowie Cloud- und Cybersicherheitsinitiativen zu leiten und umfassende Unternehmens-Transformationen umzusetzen. Außerdem wächst die Nachfrage im staatlichen Infrastruktursektor, wo kurzfristige Führung für Umsetzung und Kontrolle entscheidend ist. Die Nutzung von Executive Interim Management im öffentlichen Sektor befindet sich jedoch weiterhin in einer frühen Phase.

Australia places a high value skilled labour, with especially strong demand for experienced leaders who can guide short-term transformation, particularly in digital, financial services, and resources-based sectors.

Dr. Dorel losif, CEO bei Cognisium, Australien


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