Polaris und Valtus: Eine Partnerschaft mit dem Ziel globaler Marktführerschaft

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Der skandinavische Private-Equity-Funds Polaris ist neue Mehrheitsgesellschafterin von Valtus, internationaler Marktführerin im Executive Interim Management. Valtus ist das erste Investitment im neuen Fonds VI von Polaris. Diese neue strategische Partnerschaft zwischen Valtus und Polaris soll die weitere internationale Expansion von Valtus unterstützen und beschleunigen. Ziel ist es, einen globale Marktführer in der Branche Executive Interim Management aufzubauen. Management Factory gehört seit 2022 zur Valtus Gruppe.

In einem Interview geben Johan Pålsson, Partner, und Karin Möllborg, Director bei Polaris, Einblicke in die Beweggründe von Polaris für diese Investition, und sie erläutern ihre Sicht auf die Interim-Management-Branche und die Zukunftspläne für Valtus.

Könnt ihr uns kurz etwas über euren Hintergrund und über Polaris erzählen?

Karin Möllborg: „Ich bin vor etwa eineinhalb Jahren zu Polaris gestoßen. Zuvor war ich bei Triton Partners beschäftigt, wo ich mit ähnlichen Investments in kleinen und mittelständischen Unternehmen arbeitete. Meine Erfahrung liegt in der Identifikation und Weiterentwicklung von Unternehmen mit starkem Wachstumspotenzial.“

Johan Pålsson: „Ich bin seit 20 Jahren im Private-Equity-Bereich tätig. Zuletzt war ich Managing Partner bei CapMan Buyout, davor zehn Jahre bei Ratos. Meine Karriere begann als Berater bei Arthur D. Little – eine Erfahrung, die mir ein breites Verständnis für unterschiedliche Branchen und Geschäftsmodelle vermittelt hat.
Polaris wurde vor fast 30 Jahren in Kopenhagen auf Initiative der Familie Møller-Mærsk gemeinsam mit einigen dänischen Finanzinstitutionen gegründet. Wir waren eine der ersten Private-Equity-Gesellschaften Dänemarks, und unsere Strategie bestand von Anfang an darin, in skandinavische mittelständische Unternehmen mit großem Entwicklungs- und Wachstumspotenzial zu investieren. Diese Strategie gilt bis heute – wir wollen ein aktiver und unterstützender Eigentümer sein. Wir verfolgen eine klare wachstums- und partnerschaftsorientierte Investmentphilosophie mit Büros in Kopenhagen und Stockholm.“

Wie seit ihr auf Valtus aufmerksam geworden?

Johan Pålsson: „Es gibt eigentlich zwei Antworten auf diese Frage. Erstens kenne ich Björn Henriksson, den CEO der Valtus Gruppe, seit vielen Jahren, da wir beide bei Arthur D. Little gearbeitet haben. Wir haben uns über die Jahre immer wieder über das Geschäft von VALTUS Nordic Interim ausgetauscht und das große Potenzial des Interim Management Marktes.
Zweitens ist Polaris selbst seit vielen Jahren Kundin von VALTUS Nordic Interim und konnte so seine Entwicklung und sein Wachstum gut beobachten. Mit der Zeit wurden diese Gespräche konkreter und mündeten schließlich in Investmentüberlegungen. Wir kennen das Unternehmen und den Markt also sehr gut.“

Karin Möllborg: „Obwohl Valtus ein europäisches Unternehmen mit einer starken Präsenz in fast 30 Ländern ist, passt es perfekt zu unserer Investmentphilosophie – insbesondere aufgrund der starken skandinavischen Präsenz mit Nordic Interim in Schweden, Dänemark und Finnland. Wir haben eine lange Liste an Kriterien, anhand derer wir potenzielle Investments bewerten. Valtus erfüllt praktisch alles, was auf unserer Wunschliste steht.“

Was machte Valtus im Vergleich zu Wettbewerber:innen zu einer attraktiven Investition?

Johan Pålsson: „Valtus hat eine unglaublich starke Position im europäischen Markt. Das Unternehmen wuchs erfolgreich durch Übernahmen, und es begann mit der Konsolidierung eines fragmentierten Marktes. Unsere Ambition ist es, Valtus auf dem Weg zu unterstützen, der weltweit führende Player im Executive Interim Management zu werden. Wir haben zudem einen sehr guten Eindruck vom Gründer Philippe Soullier und von den bestehenden Investor:innen – das wird eine Partnerschaft, in der wir gemeinsam als Team arbeiten können. Eine gute Zusammenarbeit mit den Schlüsselpersonen unserer Portfoliobeteiligungen ist zentraler Teil unserer Philosophie.“

Karin Möllborg: „Im Vergleich zu Wettbewerber:innen sehen wir bei Valtus, dass das Unternehmen auf einem langfristigen und nachhaltigen Fundament steht. Es gibt eine starke Marke, ein umfangreiches Netzwerk hochqualifizierter Interim Manager:innen und bewährte langfristige Kundenbeziehungen mit vielen Wiederholungskund:innen.
Auch das Operating Model von Valtus ist eindeutig ein Pluspunkt: Es gibt ein hohes Maß an Spezialisierung und Effizienz durch Expertenteams, etwa im Talent Management oder in der Business Coordination. Wir bewerten zudem als positiv, dass Valtus im Premiumsegment positioniert ist, mit Fokus auf Top-Führungspositionen statt auf mittlere Managementfunktionen.
Die internationale Präsenz ist ein weiterer Schlüsselfaktor. Valtus kann globale Kund:innen unterstützen und gleichzeitig Interim Manager:innen ein attraktives internationales Netzwerk bieten.“

Ihr habt ein „Polaris Excellence Model“, das eure Portfoliounternehmen unterstützt. Wie plant ihr die Anwendung bei Valtus?

Johan Pålsson: „Unser Polaris Excellence Model ist unser strukturiertes Vorgehen, um sicherzustellen, dass unsere gesammelte Erfahrung und Expertise unseren Unternehmen zugutekommt – skalierbar und replizierbar.
Es besteht aus zwei Hauptteilen:

  1. Für alle Unternehmen:
    Aufbau einer robusten und skalierbaren Infrastruktur, Gewährleistung einer Systemunterstützung und Entwicklung einer klaren Wachstumsstrategie. Dazu gehören auch HR und Organisationsentwicklung, wo wir daran arbeiten, die richtigen Talente zu gewinnen und langfristig zu fördern.
  2. Spezifische Module je nach Unternehmen:
    Bei Valtus werden wir zusätzlich unsere Expertise bei wachstumsorientierten Übernahmen einbringen, um so die Marktkonsolidierung weiter voranzutreiben.

Unser Modell ist einerseits eine Art Bibliothek aus Tools, Templates und Benchmark-Daten und andererseits ein Netzwerk interner und externer Expert:innen – z. B. im Bereich IT-Systeme.“

Wie stellt ihr euch die Zukunft der Interim-Management-Branche und die Rolle von Valtus vor?

Johan Pålsson: „Wir sind überzeugt, dass es ein starkes strukturelles Wachstum im globalen Markt gibt. Dieser wächst aufgrund von zwei Entwicklungen:

  • Unternehmen stehen vor immer schnelleren Veränderungszyklen → sie benötigen flexible, schnelle Führungslösungen. Interim Management ist dafür ein großartiges Werkzeug.
  • Gleichzeitig steigt die Reife am Markt – Kund:innen verstehen den Wert von Interim Management zunehmend und können es klarer von klassischer Managementberatung unterscheiden.“

Karin Möllborg: „Ein weiterer starker Treiber ist die wachsende Zahl erfahrener Führungskräfte, die bewusst als Interim Manager:innen arbeiten möchten. Die Gig-Economy wächst – und damit der Talentpool. Wir erwarten künftig zweistellige Wachstumsraten im zugrunde liegenden Markt.
Der skandinavische Markt ist bereits recht reif, aber das Potenzial ist in weniger entwickelten Märkten noch deutlich größer. Genau dort ist bzw. wird Valtus noch stärker präsent sein. Valtus hat eine hervorragende Ausgangsbasis für den Aufbau eines globalen Champions.“

Wie sieht die zukünftige Entwicklung von Valtus und die internationale Expansion aus?

Johan Pålsson: „Unsere Ambition deckt sich mit dem Plan und der Vision des aktuellen Managements bei Valtus. Wir kommen nicht mit dem Ziel, etwas zu verändern – wir glauben stark an die aktuelle Strategie und wollen Ressourcen und Unterstützung bereitstellen, um sie zu beschleunigen.
Die Strategie von Valtus und unsere Pläne sind extrem wachstumsorientiert. Wir glauben, dass sich das Wachstumstempo noch einmal deutlich steigern lässt. Ein wichtiger Teil wird dabei der fortgesetzte Zukauf weiterer Unternehmen und die Expansion in neue geografische Märkte sein. Gemeinsam mit dem Management und den anderen Eigentümer:innen werden wir eine globale Marktführerin aufbauen.“