Der Kunde
KTM ist ein international agierender Motorradhersteller mit Schwerpunkt auf sportlichen und geländetauglichen Fahrzeugen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Motorräder sowie Komponenten und Zubehör für den Offroad- und Straßenbereich. Mit Marken wie KTM, Husqvarna und GASGAS ist der Konzern weltweit präsent und hält im Offroad-Segment einen globalen Marktanteil von über 50 %. Mit einem Umsatz von über € 2.600 Mio. im Jahr 2024 und rund 6.000 Mitarbeiter:innen zählt KTM zu den führenden Motorradherstellern Europas. Die Marke ist in über 100 Ländern durch ein globales Vertriebs- und Servicenetzwerk vertreten.
Im Dezember 2024 musst die KTM AG sowie zwei der größten Tochtergesellschaften ein Sanierungsverfahren beantragen im Zuge dessen Mag. Peter Vogl, von der Kanzlei Puttinger Vogl in Ried als Insolvenzverwalter bestellt wurde.
Das Projekt
KTM verzeichnete während der Covid-19-Pandemie ein starkes Absatzwachstum, das zu langfristig ausgelegten Produktionssteigerungen führte. In der darauffolgenden konjunkturellen Abschwächung wurde die Produktion trotz rückläufiger Endkundennachfrage in vollem Umfang fortgeführt, was zu einem signifikanten Lageraufbau auf Händlerseite führte. In der Folge standen einem starken Wholesale Sell-In schwache Retail-Umsätze (Endkundenbedarf) gegenüber. Die wirtschaftliche Situation wurde zusätzlich durch zwei strategisch herausfordernde Projekte belastet: den Erwerb der High-End-Motorradmarke MV Agusta sowie den Markteintritt in den Fahrradsektor.
Diese Entwicklungen führten innerhalb von zwei Jahren zu einem Anstieg der Nettoverbindlichkeiten von € 250 Mio. auf € 1,6 Mrd. In der Folge geriet der Konzern in eine Liquiditätskrise mit einem Fresh-Money-Bedarf von € 650 Mio., der außergerichtlich nicht gedeckt werden konnte. Ende November 2024 wurde daher ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eingeleitet. Dieses konnte mit Ende Mai 2025 erfolgreich abgeschlossen werden. Die angebotene Quote von 30 % gegenüber den Gläubigern wurde durch einen indirekten Eigentümerbeitrag in Form eines Investoreneinstiegs ermöglicht. Grundlage für die Refinanzierung bildeten umfassende, geplante Restrukturierungsmaßnahmen.
Unser interdisziplinäres Team war im Zuge der Restrukturierung u.a. für folgende Bereiche verantwortlich:
- Prüfung der Angemessenheit der Sanierungsplanquote
- Validierung der Fortführungsfinanzplanung
- Analyse der Verlustursachen
- Erhebung wirtschaftlicher Sachverhalte zu potenziellen Haftungs- und Anfechtungstatbeständen
- Begleitung strategischer Divestments (u.a. MV Agusta und X-Bow)
- Unterstützung bei Bankenverhandlungen
Highlights:
- Beratung der KTM sowie des Insolvenzverwalter in sämtlichen wirtschaftlichen Belangen der Restrukturierung
- Komplexe Unternehmensstruktur und kaskadierende Zerschlagungsrechnung von über fünfzig Unternehmen
- Multi-Stakeholder-Management: Banken, Eigentümer, Gläubigervertreter, Insolvenzverwalter
- Hohe Öffentlichkeitswirksamkeit
- Erfolgreicher Abschluss des Sanierungsverfahren und Fortführung des Unternehmens
