Ein dynamischer, unternehmensfokussierter Markt
Der Executive Interim Management Markt auf dem amerikanischen Kontinent zeigt ein Bild aus deutlichen Gegensätzen und starkem Wachstum. In Nordamerika ist der Markt geprägt von Größe, Geschwindigkeit und einer tief verankerten Kultur unabhängiger Professionals. Die Region weist einen hohen Reifegrad auf – insbesondere in den USA, wo Interim Management ein etabliertes strategisches Instrument für organisatorische Agilität und Transformation ist.
In Lateinamerika befindet sich der Markt noch in einem früheren Entwicklungsstadium, gewinnt jedoch deutlich an Dynamik. Getrieben wird dies durch wirtschaftliche Umbrüche, branchenspezifische Veränderungen und zunehmende Auslandsinvestitionen. Brasilien, als größte Volkswirtschaft Südamerikas, entwickelt sich zu einer zentralen Kraft bei der Gestaltung einer flexiblen Arbeitswelt der Region, während Mexiko und Peru wachsendes Interesse an agilen Executive-Lösungen zeigen, um sich in einem sich wandelnden Geschäftsumfeld zu behaupten.
Zusammen verdeutlichen diese Entwicklungen die wachsende Bedeutung von Interim-Executive-Leadership in den Amerikas – als Hebel für Anpassungsfähigkeit, Innovation und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend schnelllebigen globalen Wirtschaft.
KANADA / Ein vielfältiger Markt, der Workforce-Flexibilität aktiv annimmt
Während sich die wirtschaftlichen Dynamiken häufig mit denen der USA vergleichen lassen, wird Kanadas Markt durch regionale und sektorale Vielfalt, starke regulatorische Rahmenbedingungen und eine traditionell hohe Bindung an Festanstellungen geprägt – ein Mindset, das sich zunehmend in Richtung größerer Flexibilität entwickelt.
Ende 2022 waren über 2,4 Millionen Kanadier:innen (rund 6 % der Bevölkerung) in projektbasierter oder gig-orientierter Arbeit tätig. In Kombination mit einer alternden Erwerbsbevölkerung treibt dieser Wandel die Nachfrage nach wirkungsstarken Interim-Rollen an – attraktiv sowohl für Organisationen, die Agilität suchen, als auch für Führungskräfte, die sinnstiftende, flexible Arbeit schätzen.
Die stärkste Nachfrage zeigt sich bei mittelgroßen bis großen Unternehmen (50–500 Mitarbeitende). Das Wachstum wird vor allem durch Technologie und digitale Transformation vorangetrieben – insbesondere in den Bereichen ERP, Cybersicherheit und Innovation – gefolgt von Gesundheitswesen, Biowissenschaften, Private Equity und Finanzdienstleistungen. Zunehmend setzen auch Industrie, Konsumgüterunternehmen und Non-Profit-Organisationen auf Interim-Leadership, um Transformationen und strategische Veränderungen voranzutreiben.

Die Nachfrage nach Interim-Leadership ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Wir schätzen das jährliche Wachstum auf etwa 15 bis 20 %.
— Benoît Créneau, CEO bei xNorth, Kanada
VEREINIGTE STAATEN / Die flexible Zukunft der Executive-Leadership
Die Vereinigten Staaten verfügen über einen der dynamischsten und flexibelsten Arbeitsmärkte der Welt. Im Jahr 2023 waren über 64 Millionen Amerikaner:innen – mehr als ein Drittel der gesamten Erwerbsbevölkerung – als Freelancer, in temporären Anstellungen oder als unabhängige Vertragspartner:innen tätig und erwirtschafteten dabei insgesamt 1,27 Billionen US-Dollar pro Jahr.
Der Aufstieg von Fractional CFOs, On-Demand-CEOs und Interim-Leadership-Lösungen zeigt sich besonders deutlich in Private-Equity-geförderten Unternehmen, in denen Geschwindigkeit, Verantwortlichkeit und messbare Wirkung essenziell sind.
Die stärkste Verbreitung findet sich in Technologie- und Digitalfunktionen, getrieben von schneller Transformation in Unternehmen. Es folgen Gesundheitswesen und Pharma, wo regulatorische Veränderungen, M&A-Aktivitäten und Krisenmanagement eine hohe Nachfrage nach flexiblem Executive-Talent erzeugen.
„In einem Markt, der von Mobilität und Geschwindigkeit geprägt ist, ist Interim Leadership längst kein Notfallplan mehr – sondern eine Strategie in der ersten Reihe. Besonders Private-Equity-Unternehmen gehen voran und setzen On-Demand-Führungskräfte ein, um schnelle, fokussierte Ergebnisse zu erzielen.“
— Joe Poling, President & CRO bei Think Consulting, USA
MEXIKO / Frühphase der Einführung im Zuge des industriellen Wandels
Als bedeutender Fertigungsstandort in Nordamerika nutzt Mexiko die Vorteile des USMCA-Handelsabkommens sowie den wachsenden Zustrom ausländischer Investitionen und internationaler Unternehmen. Dies schafft einen fruchtbaren Boden für kurzfristige Executive-Leadership-Lösungen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Mexikos Fertigungssektor – getragen von Automobilindustrie, Elektronik und Luft- und Raumfahrt – befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, angetrieben durch Nearshoring-Trends und digitale Modernisierung. Dieser Umbruch fördert den Übergang von klassischer Beratung hin zu agilen, praxisorientierten Interim-Executive-Modellen.
Der wachsende Bedarf an Führungskräften für Werke und Technologie spiegelt die zunehmenden operativen Übergänge, Joint Ventures und digitale Integration wider – insbesondere bei globalen Herstellern, die ihre Aktivitäten in der Region aufbauen oder ausweiten.
PERU / Projektbasierte Nachfrage in rohstoffintensiven Sektoren
Als fünftgrößte Volkswirtschaft Südamerikas zieht Peru weiterhin steigende ausländische Investitionen an – insbesondere in den Bereichen natürliche Ressourcen und Energie. Zwar befindet sich der Executive-Interim-Management-Markt noch in einem frühen Entwicklungsstadium, doch zeigt er großes Potenzial, vor allem im Bergbau, in der Infrastruktur und in anderen rohstoffbasierten Branchen.
Die anhaltende Ausweitung des Bergbausektors sowie staatlich initiierte Infrastrukturprogramme steigern die Nachfrage nach Projektmanagement-, Regulierungs- und operativer Expertise. Gleichzeitig entwickeln sich Energie, Versorgungswirtschaft und Landwirtschaft zu wichtigen Wachstumsfeldern, da das Land seine wirtschaftliche Basis über den Bergbau hinaus breiter aufstellen möchte.
Unternehmen in den Bereichen Rohstoffgewinnung, Bauwesen und Agrarverarbeitung beginnen zunehmend, Interim-Leadership-Modelle als flexible Lösung einzusetzen, um komplexe Projekte zu steuern – insbesondere in und rund um Lima, wo ein Großteil der wirtschaftlichen Aktivität des Landes stattfindet.
BRASILIEN / Schnelles Wachstum in einer komplexen Volkswirtschaft
Trotz des in Brasilien etablierten, auf der CLT basierenden Arbeitsrechts ergänzen projektbasierte und interimistische Arbeitsformen zunehmend die traditionellen Modelle. Das ermöglicht sowohl Unternehmen als auch Fach- und Führungskräften mehr Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft.
Mit dem Wachstum mittelgroßer und großer Unternehmen und der steigenden Komplexität nimmt die Nachfrage nach erfahrenen Interim-Executives deutlich zu – insbesondere in familiengeführten Agrarbetrieben, Private-Equity-Portfolios und transformierenden Tochtergesellschaften multinationaler Konzerne.
Am stärksten gefragt sind Interim-CFOs, um Strukturen und Governance zu stärken, gefolgt von CEOs, die Transformationen vorantreiben. Die wachsende Nachfrage nach HR-Direktor:innen zeigt zudem den Bedarf an robusteren Organisations- und Talentstrukturen – unter anderem in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Benefits und Industrie.

Executive Interim Management in Brasilien befindet sich im Aufschwung – angetrieben durch tiefgreifende Transformationen in Unternehmen, die ihre Belegschaften im Zuge von Covid und Post-Covid konsequent neu ausgerichtet haben und nun Spezialist:innen benötigen, um Wandel zu führen; durch zahlreiche M&A-Projekte (seitens multinationaler Unternehmen und Private Equity); sowie durch eine wachsende Zahl familiengeführter Unternehmen, die sich – insbesondere im Agribusiness – auf eine Kapitalöffnung vorbereiten.
— Nicolas Touchet, Founder und CEO bei Telos Transition, Brasilien
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