{"id":65284,"date":"2026-02-09T11:37:00","date_gmt":"2026-02-09T10:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/mf.ag\/?p=65284"},"modified":"2026-02-13T17:57:33","modified_gmt":"2026-02-13T16:57:33","slug":"distressed-ma-als-hoffnungsschimmer-in-der-restrukturierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mf.ag\/de\/artikel\/distressed-ma-als-hoffnungsschimmer-in-der-restrukturierung\/","title":{"rendered":"Distressed M&amp;A \u2013 Hoffnungsschimmer in der Restrukturierung"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-im-spannungsfeld-zwischen-letztem-ausweg-und-strategischem-instrument-betroffener-stakeholder\">Im Spannungsfeld zwischen letztem Ausweg und strategischem Instrument betroffener Stakeholder<\/h2>\n\n\n\n<p><em>Nach Jahren der Rezession entf\u00e4llt stabiles Wirtschaftswachstum als nat\u00fcrlicher \u201eSanierer\u201c. Der M&amp;A-Prozess wird zunehmend zum Kern von Restrukturierungskonzepten und au\u00dfergerichtlichen Vereinbarungen. In diesem Beitrag erl\u00e4utert Hartwig Skala die Aspekte von Distressed M&amp;A im au\u00dfergerichtlichen Verfahren aus Sicht von Banken und Eigent\u00fcmern. <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/hartwigskala\/\" type=\"link\" id=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/hartwigskala\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hartwig Skala<\/a> ist Restructuring Manager Corporates der <a href=\"https:\/\/www.oberbank.at\/\" type=\"link\" id=\"https:\/\/www.oberbank.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Oberbank<\/a> und Vorstand von <a href=\"https:\/\/www.restrukturierung.at\/\" type=\"link\" id=\"https:\/\/www.restrukturierung.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ReTurn<\/a>, dem unabh\u00e4ngigen Experten-Forum f\u00fcr <a href=\"https:\/\/mf.ag\/de\/restrukturierung\/\" type=\"link\" id=\"https:\/\/mf.ag\/de\/restrukturierung\/\">Restrukturierung<\/a> und <a href=\"https:\/\/mf.ag\/de\/turnaround-management\/\" type=\"link\" id=\"https:\/\/mf.ag\/de\/turnaround-management\/\">Turnaround Management<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten Jahren hat das Restrukturierungsgeschehen in Deutschland und \u00d6sterreich stark zugenommen. Ein R\u00fcckgang ist aus aktueller Sicht nicht zu erwarten. Krisentreiber sind weiterhin vor allem externe Faktoren. Diese erschweren es dem Management von Unternehmen zunehmend, rechtzeitig auf Ver\u00e4nderungen zu reagieren und Strategien sowie Investitionen langfristig zu planen. Die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Standorts ger\u00e4t im internationalen Vergleich aufgrund weiterhin hoher Energiepreise, hoher Abgaben und ausufernder Regulatorik beziehungsweise der fehlenden Planbarkeit von Investitionen weiter unter Druck. Kostensteigerungen \u00fcber den Preis zu decken ist im Zusammenhang mit Konsumr\u00fcckgang oft nicht m\u00f6glich. Zus\u00e4tzlich sehen sich Manager mit einer Vielzahl geopolitischer Minenfelder konfrontiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Jahren der Rezession und dem Wegfall von stabilem Wirtschaftswachstum als zentralen Restrukturierungsfaktor, wird in Restrukturierungskonzepten vermehrt auf ein bekanntes Instrument gesetzt: Den <a href=\"https:\/\/mf.ag\/de\/transaktionsberatung\/\" type=\"link\" id=\"https:\/\/mf.ag\/de\/transaktionsberatung\/\">M&amp;A Prozess<\/a>. Er wird zunehmend fester Bestandteil von Restrukturierungskonzepten bzw. Vereinbarungen und markiert im au\u00dfergerichtlichen Verfahren den in der Zukunft liegenden erfolgreichen Abschluss einer Restrukturierung. Vor allem f\u00fcr Banken ist die mit Stand heute geplante Aussicht auf einen Exit mit vollst\u00e4ndiger R\u00fcckf\u00fchrung attraktiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im Insolvenzfall gewinnt dieser L\u00f6sungsweg, wenngleich stark situationsabh\u00e4ngig, an Beliebtheit. Im gerichtlichen Verfahren kommen weitere Herausforderungen im Prozess hinzu. Dem Thema der Masseschm\u00e4lerung gilt dabei jedenfalls besonderes Augenmerk der Insolvenzverwalter. Vom gerichtlichen Verfahren wird an dieser Stelle abgegrenzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Investoreneinstieg gibt jedoch nicht nur den finanzierenden Banken, sondern auch den Eigent\u00fcmern die Hoffnung, durch die Transaktion bessere Ergebnisse zu erzielen als durch die Alternativen. Anders als bei den Banken kommen hier zus\u00e4tzlich zu den \u00f6konomischen und strategischen \u00dcberlegungen, Emotion und pers\u00f6nliche Bindung an ein Unternehmen hinzu &#8211; Der Verkauf des Unternehmens ist selten die Wunschl\u00f6sung aber unter der Voraussetzung der Transaktionsf\u00e4higkeit h\u00e4ufig der letzte Ausweg. Aufgrund des sich rasch schlie\u00dfenden Zeitfensters f\u00fcr eine erfolgreiche Transaktion auf au\u00dfergerichtlichem Weg, soll hier auch Eigent\u00fcmern Orientierung gegeben werden. Nachstehende Grafik liefert eine kompakte \u00dcbersicht zu den komplexen Zusammenh\u00e4ngen am Weg zum M&amp;A Prozess. In der Folge wird auf die einzelnen Kernbereiche eingegangen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"730\" height=\"574\" src=\"https:\/\/mf.ag\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-28-um-10.51.23.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-65287\" style=\"width:572px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/mf.ag\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-28-um-10.51.23.png 730w, https:\/\/mf.ag\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Bildschirmfoto-2026-01-28-um-10.51.23-300x236.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Einflussgr\u00f6\u00dfen am Weg zum Distressed M&amp;A Prozes<\/em>s<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mergers and Acquisitions sind auf Dealebene sowohl wirtschaftlich als auch rechtlich eigene Fachbereiche. Auf der Zeitachse ist der M&amp;A Prozess in der Geschichte von Unternehmen, wenngleich f\u00fcr die Zukunft richtungsweisend, jedoch ein sehr kurzer Abschnitt. Im Vergleich ist der Weg dorthin, vor allem in der Restrukturierung in den meisten F\u00e4llen ein langer und steiniger. Es m\u00fcssen zuerst etliche Voraussetzungen zur Transaktionsf\u00e4higkeit erf\u00fcllt werden, um einen Verkaufsprozess starten zu k\u00f6nnen. Das ist im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld zunehmend herausfordernd.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-transaktionsfahigkeit-nbsp-des-targets-nbsp\">Transaktionsf\u00e4higkeit&nbsp;des Targets&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei Distressed M&amp;A steht vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob das zu verkaufende Unternehmen \u00fcberhaupt transaktionsf\u00e4hig ist. Transaktionsf\u00e4higkeit l\u00e4sst sich dabei als Zusammenspiel verschiedener interner und externer Faktoren sowie der Zeit- und Liquidit\u00e4tssituation verstehen. Einen entscheidenden Einfluss haben die zentralen Stakeholder, also Management, Eigent\u00fcmer:innen und Banken.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Beurteilung der Transaktionsf\u00e4higkeit ist ein plausibles Sanierungskonzept erforderlich, zum Beispiel in Form einer Fortbestehensprognose oder eines IDW-S6-Gutachtens. Nur wenn interne und externe Rahmenbedingungen zusammenpassen, k\u00f6nnen die Fortf\u00fchrungsf\u00e4higkeit, das Gesch\u00e4ftsmodell und die finanzielle Neuordnung \u00fcberzeugend dargestellt und eine belastbare Basis f\u00fcr einen strukturierten Verkaufsprozess geschaffen werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-interne-faktoren-nbsp-der-zustand-des-targets-nbsp\">Interne Faktoren&nbsp;\u2013 Der Zustand des Targets&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Interne Faktoren beschreiben den&nbsp;eigentlichen Gesundheitszustand&nbsp;des&nbsp;Targets und&nbsp;bilden die Basis&nbsp;der&nbsp;Transaktionsf\u00e4higkeit.&nbsp;Eine&nbsp;Fortbestehensprognose&nbsp;oder ein&nbsp;IDW&nbsp;S6-Gutachten&nbsp;muss nicht nur formale Kriterien erf\u00fcllen, sondern auch inhaltlich \u00fcberzeugen. Lange bevor potenzielle K\u00e4ufer angesprochen werden k\u00f6nnen, sind hierbei die&nbsp;finanzierenden&nbsp;Banken die erste Brandmauer.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine belastbare Liquidit\u00e4tsplanung und eine nach der Transaktion tragf\u00e4hige Kapitalstruktur sind Grundvoraussetzungen. Gleichzeitig beeinflussen&nbsp;unterschiedliche Gr\u00f6\u00dfen die Attraktivit\u00e4t des Targets, konkret sind dies&nbsp;H\u00f6he und Struktur von Finanzverbindlichkeiten, Gesellschafterdarlehen, Nachrangigkeiten sowie M\u00f6glichkeiten zur Entschuldung.&nbsp;F\u00fcr die Restrukturierungsabteilung und die Gremien der&nbsp;finanzierenden Banken ist&nbsp;bei der Planung eines Verkaufs&nbsp;auch&nbsp;entscheidend,&nbsp;wie die Regelungen zur R\u00fcckf\u00fchrung der Finanzierungen bzw. zur&nbsp;Weiterfinanzierung&nbsp;aussehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel der Restrukturierung&nbsp;ist es,&nbsp;das krisenbehaftete&nbsp;Unternehmen&nbsp;zun\u00e4chst&nbsp;so weit zu stabilisieren, dass&nbsp;dieses&nbsp;nach Aufarbeitung der Krisenursachen mit einem wettbewerbsf\u00e4higen Gesch\u00e4ftsmodell&nbsp;fortgef\u00fchrt werden kann.&nbsp;Das Verschlafen von Digitalisierung und zunehmend auch&nbsp;der&nbsp;k\u00fcnstlichen&nbsp;Intelligenz als disruptive Faktoren&nbsp;stellt&nbsp;eine Gefahr f\u00fcr klassische Gesch\u00e4ftsmodelle dar.&nbsp;Nach erfolgter Sicherstellung der Liquidit\u00e4t und damit der Abwehr der akuten Insolvenzgefahr sind&nbsp;f\u00fcr die Fortf\u00fchrbarkeit&nbsp;neben dem Gesch\u00e4ftsmodell auch&nbsp;weitere Faktoren wichtig,&nbsp;beispielsweise&nbsp;die&nbsp;Stabilit\u00e4t des Kundenstamms, der Erhalt der operativen Kernprozesse, das Klima im Unternehmen,&nbsp;der&nbsp;Verbleib von Schl\u00fcsselkr\u00e4ften&nbsp;sowie klar abgrenzbare und \u00fcbertragbare Werttreiber. Je&nbsp;st\u00e4rker&nbsp;diese Faktoren ausgepr\u00e4gt sind,&nbsp;desto&nbsp;gr\u00f6\u00dfer wird der Kreis potenzieller Interessenten sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die au\u00dfergerichtliche L\u00f6sung hat zwar bevorzugt den Share-Deal im Fokus, ein Blick auf die Assets lohnt sich&nbsp;aber immer, wenngleich das&nbsp;typische Cherry Picking&nbsp;von&nbsp;au\u00dfergerichtlichen L\u00f6sung&nbsp;vermieden werden sollte.&nbsp;Aber alle werthaltigen&nbsp;Wirtschaftsg\u00fcter&nbsp;des&nbsp;Unternehmens&nbsp;m\u00fcssen&nbsp;auch&nbsp;im&nbsp;Share-Deal als attraktive Assets&nbsp;herausgearbeitet&nbsp;werden. Dazu z\u00e4hlen Immobilien, Maschinen,&nbsp;Patente, Marken, Software, Kundenst\u00e4mme,&nbsp;Rezepturen,&nbsp;Vertr\u00e4ge&nbsp;und so weiter.&nbsp;Diese Assets&nbsp;bilden den&nbsp;harten&nbsp;Kern&nbsp;f\u00fcr die Bewertung&nbsp;des&nbsp;Unternehmens.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-externe-faktoren-nbsp-das-target-im-umfeld-nbsp\">Externe Faktoren&nbsp;\u2013 Das Target im Umfeld&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben dem tats\u00e4chlichen Zustand des Unternehmens bestimmen externe Faktoren sowohl den weiteren Krisenverlauf als auch die Transaktionsf\u00e4higkeit wesentlich. Die Analyse des Umfelds gibt als Bestandteil der Fortbestehensprognose oder des IDW S6-Gutachtens Auskunft dar\u00fcber, ob ein Unternehmen \u00fcberhaupt sanierbar ist. Ob es auch verkaufbar ist, entscheidet am Ende ein:e Interessent:in, der bzw. die das Umfeld wom\u00f6glich aus einer anderen Perspektive sieht.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ihn bzw. sie hat die Branchenstruktur einen wesentlichen Einfluss auf die Attraktivit\u00e4t des Targets. Hohe Wettbewerbsintensit\u00e4t, starke Verhandlungsmacht von Kunden oder Lieferanten sowie eine ausgepr\u00e4gte Bedrohung durch innovationsstarke Marktteilnehmer:innen f\u00fchren zu Margendruck und erh\u00f6hen das k\u00e4uferseitige Risiko einer Fehlinvestition. Hohe Markteintrittsbarrieren, begrenzter Wettbewerbsdruck und eine klare Differenzierung des Gesch\u00e4ftsmodells mit nachhaltiger Ertragskraft wirken sich hingegen positiv auf Planungssicherheit, Transaktionssicherheit und erzielbare EBITDA-Multiples im Verkauf aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl Deutschland als auch \u00d6sterreich stecken seit 2023 offiziell in der Rezession. Mehrfach wurde f\u00fcr die n\u00e4chsten Quartale ein zarter Aufschwung prognostiziert. Die Trends zu Konsumst\u00e4rke und Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Standorts gehen allerdings in die entgegengesetzte Richtung und stellen eine zunehmende Belastung f\u00fcr die \u00f6sterreichischen Betriebe dar. In diesem Umfeld die USPs eines Gesch\u00e4ftsmodells oder des zu verkaufenden Unternehmens und seiner Teile entsprechend zu identifizieren und zu st\u00e4rken ist jedenfalls die Herausforderung aller beteiligten Stakeholder:innen. Dieser Umstand ist auch kapitalstarken Investor:innen bekannt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-nbsp-time-cash-komponente-nbsp\">Die&nbsp;time\/cash-Komponente&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Die time\/cash-Komponente ist&nbsp;genauso&nbsp;simpel&nbsp;wie wichtig.&nbsp;Entscheidend ist&nbsp;zun\u00e4chst,&nbsp;wie hoch der Cash-Burn ist, wie viel Liquidit\u00e4t&nbsp;dem Unternehmen&nbsp;planerisch&nbsp;zur Verf\u00fcgung steht&nbsp;und&nbsp;wie lange diese reichen wird.&nbsp;Hier&nbsp;verl\u00e4uft der schmale Grat zwischen letztem&nbsp;Ausweg und strategischem&nbsp;Instrument&nbsp;der Sell-Side.&nbsp;Das sind in diesem Kontext&nbsp;sowohl&nbsp;die&nbsp;Eigent\u00fcmer als auch&nbsp;die&nbsp;finanzierenden Banken&nbsp;als Entscheidungstr\u00e4ger.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Je n\u00e4her das Unternehmen an die Insolvenzreife r\u00fcckt, desto st\u00e4rker nehmen Handlungsspielraum, Verhandlungsmacht und Prozessqualit\u00e4t ab. In diesem Spannungsfeld gewinnen Stakeholder-Faktoren an Bedeutung:&nbsp;Die Unternehmensf\u00fchrung ben\u00f6tigt ein hochprofessionelles Stakeholder-Management, um&nbsp;das Alignment der Finanzierungspartner&nbsp;und Gl\u00e4ubiger&nbsp;sicherzustellen.&nbsp;Dies betrifft&nbsp;insbesondere die&nbsp;Haltung der finanzierenden Banken&nbsp;und ihre&nbsp;Entscheidungsf\u00e4higkeit sowie die Bereitschaft&nbsp;von Eigent\u00fcmern und Banken, mit frischem Geld mehr Zeit zu kaufen.&nbsp;Schlussendlich gilt&nbsp;auch hier der&nbsp;Grundsatz: Dem schlechten Geld&nbsp;darf&nbsp;kein gutes nachgeworfen&nbsp;werden!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-exit-perspektive-statt-dauerrestrukturierung-nbsp\">Exit-Perspektive statt Dauerrestrukturierung&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Es&nbsp;kommt vor, dass&nbsp;dem&nbsp;zu verkaufenden&nbsp;Unternehmen nichts mehr an Schwungmasse und Momentum bleibt. Tiefgreifende Ver\u00e4nderungen wurden nicht in der notwendigen Tiefe oder Geschwindigkeit durchgef\u00fchrt, die Planzahlen wurden wiederholt verfehlt,&nbsp;Sanierungskonzepte&nbsp;wiederholt&nbsp;fortgeschrieben. Die Eigent\u00fcmer&nbsp;\u2013&nbsp;schlimmstenfalls auch die Banken&nbsp;\u2013&nbsp;schossen mehrfach&nbsp;Geld nach.&nbsp;Irgendwann&nbsp;wird das Thema \u201eInvestoreneinstieg\u201c&nbsp;als Exit-Szenario mit dem Ziel der Schadensbegrenzung&nbsp;doch&nbsp;noch&nbsp;akzeptiert. Im Vergleich zum Insolvenz-Szenario ist das&nbsp;dann&nbsp;vielleicht&nbsp;immer noch&nbsp;die bessere Alternative, in vielen F\u00e4llen&nbsp;ist es&nbsp;daf\u00fcr&nbsp;aber&nbsp;schon zu sp\u00e4t. Unz\u00e4hlige&nbsp;\u201etoo&nbsp;little,&nbsp;too&nbsp;late\u201c-Restrukturierungsma\u00dfnahmen haben&nbsp;das Unternehmen&nbsp;schlussendlich&nbsp;von innen&nbsp;aufgezehrt. Das Momentum&nbsp;geht verloren, die Transaktionsf\u00e4higkeit und die Erfolgsaussichten&nbsp;f\u00fcr einen&nbsp;Verkaufsprozess nehmen stark ab. Es gilt&nbsp;dann&nbsp;zwischen&nbsp;Insolvenz&nbsp;und&nbsp;Hoffnung auf einen&nbsp;Not-Verkauf&nbsp;(\u201eFire-Sale\u201c)&nbsp;abzuw\u00e4gen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Bankensicht steht prim\u00e4r die Begrenzung des \u00f6konomischen Schadens im Vordergrund, diese l\u00e4sst sich in einem kontrollierten und planbaren Verfahren deutlich besser realisieren als in einer Notver\u00e4u\u00dferung. Vor diesem Hintergrund wird&nbsp;Distressed&nbsp;M&amp;A zunehmend fr\u00fcher, strukturierter und strategischer als Instrument eingesetzt. Der Verkauf ist integraler Bestandteil eines Restrukturierungskonzepts&nbsp;und&nbsp;wird aktiv durch&nbsp;Berater:innen&nbsp;und Banken gesteuert. Er&nbsp;erm\u00f6glicht \u2013 bei ausreichender Zeit und Transparenz \u2013&nbsp;einen&nbsp;Wettbewerb zwischen&nbsp;potenziellen&nbsp;K\u00e4ufer:innen. Der Fokus verschiebt sich vom reinen Zerschlagungswert hin zum&nbsp;Going-Concern-Wert, wovon wiederum alle Stakeholder der Sell-Side profitieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ziel ist&nbsp;daher&nbsp;ein&nbsp;strukturierter&nbsp;Verkaufsprozess.&nbsp;Dieser&nbsp;verk\u00fcrzt die Dauer der Betreuung durch die&nbsp;Restrukturierer&nbsp;in den&nbsp;Workout-Abteilungen&nbsp;der Banken&nbsp;und gibt&nbsp;diesen und deren Gremien&nbsp;eine gewisse&nbsp;Planungssicherheit. Ziel ist es,&nbsp;anstelle&nbsp;der Prolongation des Problems&nbsp;\u201eZombie-Finanzierung\u201c&nbsp;einen klaren Schnitt mit&nbsp;Perspektive auf einen Exit mit R\u00fcckf\u00fchrung&nbsp;zu schaffen. Neben der \u00f6konomischen Betrachtung sind dabei auch qualitative Faktoren von zentraler Bedeutung.&nbsp;Wichtig&nbsp;sind&nbsp;etwa die Reputation des Unternehmens sowie das verbleibende operative Momentum. Die Schwungmasse \u2013 bestehend aus&nbsp;der Handlungsf\u00e4higkeit des&nbsp;Managements, organisatorischer Stabilit\u00e4t und&nbsp;Mitarbeiter:innenbindung&nbsp;\u2013 ist eine wesentliche Voraussetzung, um nachhaltiges K\u00e4uferinteresse zu&nbsp;sicherzustellen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zentrale-nbsp-stakeholder-der-sell-side-nbsp\">Zentrale&nbsp;Stakeholder der Sell-Side&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Verk\u00e4uferseitig&nbsp;stellen&nbsp;drei&nbsp;zentrale&nbsp;Stakeholder&nbsp;die Weichen f\u00fcr einen M&amp;A-Prozess:&nbsp;Eigent\u00fcmer:innen, Management und Banken.&nbsp;In ihrer formellen Rolle als Verk\u00e4ufer&nbsp;sind&nbsp;die Eigent\u00fcmer&nbsp;ma\u00dfgeblich,&nbsp;denn&nbsp;von&nbsp;ihrer&nbsp;Zustimmung&nbsp;zum Verkauf&nbsp;h\u00e4ngt&nbsp;alles&nbsp;Weitere ab. Die tats\u00e4chliche Transaktionsf\u00e4higkeit wird jedoch vom Zusammenspiel der drei&nbsp;bestimmt. Stein des Ansto\u00dfes sind, im Rahmen des rechtlich&nbsp;M\u00f6glichen,&nbsp;oft die Banken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-banken-als-nbsp-taktgeber-nbsp\">Banken als&nbsp;Taktgeber&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Ist die Unternehmenskrise erst&nbsp;einmal erkannt,&nbsp;werden gr\u00f6\u00dfere Kredit-Engagements bankintern zeitnah in die Restrukturierung \u00fcbergeben. Ziel&nbsp;sind&nbsp;die Stabilisierung&nbsp;oder&nbsp;Restrukturierung&nbsp;des Unternehmens&nbsp;mit seinen notleidenden Krediten&nbsp;und die&nbsp;Optimierung der Risikosituation.&nbsp;Um&nbsp;sich ein ganzheitliches Bild vom Unternehmen&nbsp;zu&nbsp;machen, werden&nbsp;Managementqualit\u00e4t, Marktposition, Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Gesch\u00e4ftsmodells&nbsp;und&nbsp;Governance-Strukturen&nbsp;betrachtet sowie&nbsp;quantitative Kennzahlen&nbsp;mit Fokus auf&nbsp;Trends der&nbsp;Gesch\u00e4ftsentwicklung.&nbsp;Abh\u00e4ngig vom Krisenstadium stehen im Kern der \u00dcberlegungen&nbsp;der&nbsp;aktuelle Zustand des Unternehmens,&nbsp;seine \u00dcberlebensf\u00e4higkeit,&nbsp;seine&nbsp;Marktattraktivit\u00e4t&nbsp;und&nbsp;das Risikoprofil des Engagements.&nbsp;Als Handlungsmotive f\u00fcr Banken spielen neben den operativen Parametern auch zentrale (regulatorische) Steuerungsgr\u00f6\u00dfen wie NPL&nbsp;-Quote oder&nbsp;Expected&nbsp;Credit&nbsp;Loss&nbsp;(ECL)&nbsp;eine Rolle.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Banken&nbsp;sind also&nbsp;keineswegs passive&nbsp;Stakeholder, sondern aktive Taktgeber des Prozesses. Sie bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Schadensbegrenzung&nbsp;in der Recovery&nbsp;und Wertmaximierung. Insofern&nbsp;beeinflussen&nbsp;sie&nbsp;Timing, Struktur und Ausgestaltung eines&nbsp;Distressed-M&amp;A-Prozesses ma\u00dfgeblich.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-zielsetzung-der-nbsp-banken-nbsp\">Zielsetzung der&nbsp;Banken&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Banken verfolgen in erster Linie das Ziel, ihre wirtschaftlichen Verluste zu begrenzen, indem sie R\u00fcckfl\u00fcsse optimieren und passende Transaktions- sowie Sicherheitenstrukturen w\u00e4hlen. Da Insolvenzverfahren meist mit hohen Wertabschl\u00e4gen, St\u00f6rungen im operativen Gesch\u00e4ft und langen Verwertungsprozessen verbunden sind, werden au\u00dfergerichtliche L\u00f6sungen aus wirtschaftlicher Sicht oft bevorzugt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Art der Besicherung, insbesondere der Unterschied zwischen assetbasierter und cashflowbasierter Finanzierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen ihrer Risikoanalyse pr\u00fcft die Bank den Wert ihrer Forderungen anhand verschiedener Szenarien, die sowohl die Fortf\u00fchrung des Unternehmens als auch eine Zerschlagung ber\u00fccksichtigen. Entscheidend ist dabei die Frage, ob ein au\u00dfergerichtlicher Verkauf eine h\u00f6here und\/oder schnellere R\u00fcckzahlung erm\u00f6glicht als eine Verwertung im Insolvenzverfahren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-instrumente-und-beitrage-nbsp-von-nbsp-banken-nbsp\">Instrumente und Beitr\u00e4ge&nbsp;von&nbsp;Banken&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Banken haben unterschiedliche Instrumente, mit denen sie direkten Einfluss auf Transaktionsf\u00e4higkeit und Deal-Closure nehmen k\u00f6nnen. Dazu z\u00e4hlen Standstill-Vereinbarungen (Stillhaltevereinbarungen, gegebenenfalls mit Stundungen), die Bereitstellung frischen Geldes (\u201eFresh Money\u201c) oder Br\u00fcckenfinanzierungen (\u201eBridge to M&amp;A\u201c), Covenant-Waiver, Laufzeitanpassungen sowie Rangr\u00fccktritte oder Teilverzichte (\u201eHaircuts\u201c). Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen Banken unter bestimmten Umst\u00e4nden Sicherheiten freigeben oder Forderungen gegen Abschlag verkaufen oder \u00fcbernehmen. Der gezielte Einsatz dieser Instrumente beeinflusst direkt die time\/cash-Komponente der Transaktionsf\u00e4higkeit und entscheidet dar\u00fcber, ob ein strukturierter Verkaufsprozess realisierbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Folglich nehmen Banken eine doppelte Rolle ein: Einerseits agieren sie als Gl\u00e4ubiger mit umfassenden Sicherheiten und Zustimmungs- bzw. Vetorechten, andererseits als Gatekeeper f\u00fcr die Transaktionsf\u00e4higkeit. Sie fordern eine transparente und belastbare Informationsaufbereitung, ein kontrolliertes und professionell strukturiertes Bieterverfahren, bei dem h\u00e4ufig spezialisierte M&amp;A-Berater:innen eingebunden und die Fortf\u00fchrungsannahmen laufend validiert werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-eigentumer-nbsp-in-der-krise-nbsp\">Eigent\u00fcmer&nbsp;in der Krise&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Unternehmenseigent\u00fcmer:innen sehen sich in einer f\u00fcr sie oft neuen Umgebung aus Banken, Beratungen und Anw\u00e4lt:innen pl\u00f6tzlich mit ungewohnten Themen konfrontiert, etwa mit kurzfristigen Management\u00e4nderungen durch einen CRO, notwendigen Eigenbeitr\u00e4gen, privaten Sicherheiten oder einem m\u00f6glichen Investoreneinstieg. Banken bringen M&amp;A-Prozesse oder Investoren nicht ohne Grund ins Spiel, sondern weil sie h\u00e4ufig bereits erkennen, dass der Fortbestand des Unternehmens sonst mittel- bis langfristig gef\u00e4hrdet ist. Viele Eigent\u00fcmer versuchen jedoch, diese Schritte zu vermeiden und setzen auf scheinbar weniger schmerzhafte Ma\u00dfnahmen, ohne zu erkennen, dass sie ihr Unternehmen damit m\u00f6glicherweise in eine dauerhafte Restrukturierung und damit noch tiefer in die Krise f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es&nbsp;mag&nbsp;paradox&nbsp;klingen,&nbsp;aber&nbsp;je fr\u00fcher die&nbsp;Situation als solche akzeptiert wird, desto eher sind Eigent\u00fcmer in einer Position gestalterischer M\u00f6glichkeiten. Das beinhaltet wirtschaftliche Vorteile gleicherma\u00dfen wie strategische Vorteile,&nbsp;aber auch&nbsp;die oftmals untersch\u00e4tzten emotionalen&nbsp;und&nbsp;sozialen Aspekte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wirtschaftliche-nbsp-vorteile-nbsp\">Wirtschaftliche&nbsp;Vorteile&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr&nbsp;Eigent\u00fcmer:innen&nbsp;von Unternehmen in der Krise steht&nbsp;h\u00e4ufig mehr auf dem Spiel als \u201enur\u201c das Unternehmen.&nbsp;Sicherheiten wie&nbsp;private&nbsp;Haftungen, Gesellschafterdarlehen&nbsp;und&nbsp;Patronatserkl\u00e4rungen f\u00fchren dazu, dass&nbsp;nicht nur&nbsp;weitere wom\u00f6glich gesunde wirtschaftliche Einheiten&nbsp;in den Strudel der Unternehmenskrise geraten, sondern&nbsp;nicht selten auch das Privatverm\u00f6gen und die eigene wirtschaftliche Existenz.&nbsp;Das&nbsp;fr\u00fchzeitige&nbsp;Commitment,&nbsp;einen Verkaufsprozess zu starten,&nbsp;erm\u00f6glicht zumindest einen partiellen Werterhalt und die&nbsp;Partizipation&nbsp;am Verkaufserl\u00f6s, statt am Ende des Wasserfalls mit einer Nullquote&nbsp;auf dem&nbsp;Trockenen&nbsp;zu stehen. Vor diesem Hintergrund teilen viele Eigent\u00fcmer die Hoffnung der Banken auf&nbsp;Werterhalt und&nbsp;Schadensbegrenzung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-strategische-vorteile-nbsp\">Strategische Vorteile&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben den wirtschaftlichen Aspekten sind auch die gestalterischen M\u00f6glichkeiten, die sich aus strategischen Vorteilen ergeben, nicht unwesentlich. Bei fr\u00fcher Weichenstellung bietet ein strukturierter Verkaufsprozess mehr Kontrolle \u00fcber das Timing und eine Mitsprache bei der Gestaltung von Details zur Transaktion. Eigent\u00fcmer k\u00f6nnen die Transaktion aktiv mitgestalten und Einfluss auf K\u00e4ufer:innenauswahl und Modalit\u00e4ten nehmen. Das wird bei weiter fortschreitender Krise und der damit abnehmenden Handlungsf\u00e4higkeit zunehmend schwieriger.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Unternehmer, und hier insbesondere bei den Familienunternehmen, spielt auch der Erhalt der Reputation eine wichtige Rolle. Ein sauber strukturierter Verkaufsprozess hilft bei der Vermeidung einer \u00f6ffentlichkeitswirksamen Insolvenz. Die Glaubw\u00fcrdigkeit gegen\u00fcber Kunden, Lieferanten und Banken bleibt gewahrt. H\u00e4ufig sind bei Distressed-Deals die bestehenden Eigent\u00fcmer auch Teil der \u201eL\u00f6sung\u201c, etwa durch Minderheitsbeteiligungen, Rollover-L\u00f6sungen, Earn-Out-Strukturen oder Beiratsfunktionen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-emotionale-und-soziale-aspekte-nbsp\">Emotionale und soziale Aspekte&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Zu guter Letzt m\u00fcssen auch&nbsp;emotionale und soziale Faktoren&nbsp;erw\u00e4hnt&nbsp;werden, wenngleich sie f\u00fcr eine erfolgreiche Restrukturierung h\u00f6chstens eine untergeordnete Rolle spielen d\u00fcrfen. Prim\u00e4r geht es den beteiligten Stakeholdern&nbsp;kurzfristig&nbsp;um die Stabilisierung des Unternehmens, um&nbsp;\u00fcberhaupt erst am&nbsp;Fortbestand&nbsp;arbeiten zu k\u00f6nnen. Viele der zu treffenden Restrukturierungsma\u00dfnahmen sind gewiss unpopul\u00e4r,&nbsp;aber genauso notwendig wie schmerzhaft.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eigent\u00fcmer:innen&nbsp;ist die&nbsp;Verantwortung gegen\u00fcber&nbsp;Belegschaft&nbsp;und Region&nbsp;verst\u00e4ndlicherweise&nbsp;ein Herzensanliegen. Die&nbsp;gewachsenen Strukturen&nbsp;und all die Arbeit und der Flei\u00df,&nbsp;die das Unternehmen gro\u00df gemacht haben, erschweren das Loslassen,&nbsp;motivieren jedoch auch wegen der bereits erw\u00e4hnten Verantwortung, eine Zerschlagung zu vermeiden.&nbsp;Fr\u00fches Hinarbeiten auf einen&nbsp;Verkauf&nbsp;erspart der gesamten Organisation h\u00e4rtere und tiefgreifendere Ma\u00dfnahmen,&nbsp;oder im schlimmsten Fall&nbsp;die Restrukturierung als Dauerzustand.&nbsp;Hinzu kommt die erhebliche psychische Belastung, die&nbsp;eine Unternehmenskrise&nbsp;mit sich bringt. Die Aussicht auf einen Verkauf ist auch&nbsp;eine Aussicht auf den&nbsp;Ausstieg aus dem permanenten Krisenmodus. Die Reduktion pers\u00f6nlicher Belastung und die Wiedergewinnung von Handlungsf\u00e4higkeit stellen einen wesentlichen&nbsp;immateriellen Vorteil dar.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-das-management-nbsp-im-brennpunkt-nbsp\">Das Management&nbsp;im Brennpunkt&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Von den Stakeholdern der Sell-Side ist das&nbsp;aktuelle&nbsp;Management&nbsp;am direktesten an den&nbsp;operativen Restrukturierungs- und Gesch\u00e4ftsprozessen&nbsp;beteiligt.&nbsp;Es&nbsp;steht&nbsp;laufend&nbsp;unter Beobachtung durch&nbsp;Banken und&nbsp;Eigent\u00fcmer,&nbsp;sofern&nbsp;diese&nbsp;nicht selbst in der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung&nbsp;sind. W\u00e4hrend Eigent\u00fcmer&nbsp;h\u00e4ufig&nbsp;aus emotionalen Gr\u00fcnden an der&nbsp;Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung festhalten, identifizieren Banken diese&nbsp;oft&nbsp;als Sch\u00f6nwetterkapit\u00e4n, als&nbsp;nicht krisentauglich&nbsp;oder als Teil des Problems. Das Festhalten am&nbsp;Management ist&nbsp;leider mitunter&nbsp;ein&nbsp;Aspekt, der&nbsp;sich negativ auswirkt und&nbsp;im Zeitverlauf zu einer Verfestigung der Krise&nbsp;f\u00fchrt. Das reduziert die&nbsp;Transaktionsf\u00e4higkeit und \u00dcberlebensf\u00e4higkeit&nbsp;erheblich. H\u00e4ufig wird&nbsp;daher&nbsp;ein Managementwechsel angestrebt oder zus\u00e4tzlich ein <a href=\"https:\/\/mf.ag\/de\/chief-restructuring-officer\/\" type=\"link\" id=\"https:\/\/mf.ag\/de\/chief-restructuring-officer\/\">Chief&nbsp;Restructuring&nbsp;Officer (CRO)<\/a> bestellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zu&nbsp;den&nbsp;zentralen Aufgaben&nbsp;des Managements&nbsp;z\u00e4hlen&nbsp;neben dem Tagesgesch\u00e4ft auch die Agenden der Restrukturierung. Dies sind unter anderem die&nbsp;operative Stabilisierung des Gesch\u00e4fts, die&nbsp;Umsetzung kurzfristiger Ma\u00dfnahmen zur&nbsp;Sicherstellung der Liquidit\u00e4t sowie&nbsp;wirksames Stakeholdermanagement und Verantwortung f\u00fcr die Erstellung einer Fortbestehensprognose&nbsp;bzw.&nbsp;des IDW S6-Gutachtens.&nbsp;Das Management&nbsp;nimmt dadurch eine zentrale Rolle in der Beeinflussung der time\/cash-Komponente der Transaktionsf\u00e4higkeit ein.&nbsp;Im Zeitverlauf&nbsp;ist&nbsp;es&nbsp;auch&nbsp;ma\u00dfgeblich in die Vorbereitung und Durchf\u00fchrung des Verkaufsprozesses eingebunden. Unternehmens- und&nbsp;M&amp;A-Berater:innen&nbsp;erledigen dabei&nbsp;zwar viel&nbsp;\u2013&nbsp;aber eben nicht alles. Sie unterst\u00fctzen wesentlich bei Aufgaben wie der&nbsp;Erstellung&nbsp;und Bereitstellung&nbsp;von Verkaufsunterlagen, der&nbsp;Organisation von Due-Diligence-Prozessen,&nbsp;der&nbsp;Koordination bilateraler&nbsp;Verhandlungen&nbsp;und&nbsp;dem&nbsp;Stakeholder-Management.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Stakeholder&nbsp;sind dabei nun wesentlich weiter gefasst und umfassen etwa&nbsp;auch&nbsp;Mitarbeiter:innen, Betriebsrat&nbsp;und&nbsp;Gewerkschaft, Politik,&nbsp;Lieferanten, Kunden,&nbsp;Interessenten,&nbsp;Berater:innen&nbsp;und&nbsp;Anw\u00e4lt:innen. Das Management&nbsp;tr\u00e4gt&nbsp;dabei auch&nbsp;die&nbsp;Verantwortung f\u00fcr die Erf\u00fcllung rechtlicher Pflichten. Dazu z\u00e4hlt insbesondere&nbsp;in Insolvenzn\u00e4he&nbsp;das Handeln im Interesse von Gl\u00e4ubigern sowie die Vermeidung pers\u00f6nlicher Haftungsrisiken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-herausforderungen-nbsp\">Herausforderungen&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Herausforderungen f\u00fcr das Management sind erheblich.&nbsp;In der Restrukturierung m\u00fcssen&nbsp;Entscheidungen unter starkem Zeitdruck und bei begrenzter Informationslage&nbsp;und eingeschr\u00e4nkten&nbsp;Ressourcen&nbsp;getroffen werden&nbsp;k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Restrukturierungsma\u00dfnahmen sto\u00dfen h\u00e4ufig auf Widerstand unterschiedlicher Stakeholder. Im Zusammenhang&nbsp;mit&nbsp;Distressed&nbsp;M&amp;A kommt&nbsp;der Spagat&nbsp;hinzu, dass nicht nur das \u00dcberleben&nbsp;des Unternehmens&nbsp;gesichert, sondern&nbsp;dieses auch noch m\u00f6glichst erfolgreich dargestellt werden soll.&nbsp;Zum einen&nbsp;soll&nbsp;gut durch die Due-Diligence navigiert,&nbsp;und&nbsp;zum anderen sollen&nbsp;vern\u00fcnftige Bewertungsergebnisse&nbsp;erzielt werden. Gleichzeitig steigen pers\u00f6nliche Haftungsrisiken (Organhaftung), beispielsweise im Zusammenhang mit Fehlentscheidungen bzw. in Insolvenzn\u00e4he bei unzureichender Dokumentation oder m\u00f6glichen Themen der Anfechtung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es&nbsp;kommen Schwierigkeiten bei der Abgabe von Garantien und Zusicherungen hinzu, da Management und Eigent\u00fcmer diese in&nbsp;Krisensituationen h\u00e4ufig nur eingeschr\u00e4nkt leisten k\u00f6nnen. Bewertungs- und Finanzierungsprobleme, rechtliche und regulatorische H\u00fcrden sowie operative Risiken im laufenden Gesch\u00e4ftsbetrieb erh\u00f6hen die Komplexit\u00e4t zus\u00e4tzlich.&nbsp;Die zunehmend negativen Dynamiken exogener Einflussgr\u00f6\u00dfen unterstreichen dabei, dass der Einsatz eines Chief&nbsp;Restructuring&nbsp;Officers&nbsp;ein&nbsp;Erfolgsfaktor&nbsp;bei&nbsp;Distressed&nbsp;M&amp;A ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-erfolgsfaktoren-nbsp-bei-nbsp-distressed-nbsp-m-amp-a-prozessen-nbsp\">Erfolgsfaktoren&nbsp;bei&nbsp;Distressed&nbsp;M&amp;A Prozessen&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren von&nbsp;Distressed&nbsp;M&amp;A z\u00e4hlen weitere Stakeholder wie&nbsp;Unternehmensberater:innen,&nbsp;Anw\u00e4lt:innen&nbsp;und&nbsp;Interimsmanager:innen. Sie stabilisieren das Spannungsfeld zwischen Eigent\u00fcmer, Banken und Management und tragen einen wesentlichen Beitrag zu Restrukturierung und Herstellung der Transaktionsf\u00e4higkeit des Unternehmens bei.&nbsp;Der time\/cash-Aspekt&nbsp;erfordert dabei eine Harmonisierung der Interessen von Banken und Eigent\u00fcmern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-schnelles-und-entschlossenes-handeln-nbsp\">Schnelles und entschlossenes Handeln&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn Eigent\u00fcmer und Banken fr\u00fch die Weichen stellen, wird ein strukturierter Prozess m\u00f6glich, was die Gefahr von Liquidit\u00e4tsengp\u00e4ssen und Wertverfall reduziert. Der M&amp;A-Prozess wird in der Fortbestehensprognose oder dem IDW S6-Gutachten ber\u00fccksichtigt und in der Restrukturierungsvereinbarung verankert.<\/p>\n\n\n\n<p>Restrukturierungsma\u00dfnahmen m\u00fcssen in der Folge konsequent umgesetzt werden. Dazu z\u00e4hlen etwa die Behebung akuter Krisenursachen, die Sicherung der Liquidit\u00e4t und die Stabilisierung des Unternehmens, um dieses auf den angestrebten Verkaufsprozess vorzubereiten. Flankierende Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen regelm\u00e4\u00dfiges Reporting und die Einrichtung von Steering Committees zum Alignment der Finanzierungspartner und Gl\u00e4ubiger sein. Ein kleiner, aber wesentlicher Erfolgstreiber in Restrukturierung und Transaktionsvorbereitung ist Diskretion. Gerade bei gr\u00f6\u00dferen Restrukturierungen kommt es vor, dass Informationen durch ein Leck nach drau\u00dfen gelangen, schlimmstenfalls an die Medien. Das wiederum kann direkt einen erheblichen Reputationsschaden verursachen und sich negativ auf die Transaktionsf\u00e4higkeit des Unternehmens auswirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Begleitet wird der gesamte Prozess im Normalfall von externen Stakeholdern wie Anw\u00e4lt:innen, Unternehmensberater:innen und Interimsmanager:innen. Sie alle verbindet die Erfahrung mit Unternehmenskrisen und der ungetr\u00fcbte Blick.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-anwalte-fur-restrukturierung-und-nbsp-deal-advisory-nbsp\">Anw\u00e4lte f\u00fcr Restrukturierung und&nbsp;Deal-Advisory&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Meist werden sowohl vom Unternehmen als auch von den finanzierenden Banken auf Restrukturierung und Insolvenzrecht spezialisierte&nbsp;Anw\u00e4lt:innen&nbsp;mandatiert. Sie spielen eine&nbsp;zentrale&nbsp;Rolle als Vermittler und&nbsp;sind&nbsp;nicht selten Pufferzone zwischen Banken (auch untereinander) und Shareholdern. Sie schaffen den rechtlichen Rahmen f\u00fcr die&nbsp;Restrukturierung, navigieren durch Problemfelder der drohenden Insolvenz und sind wesentliche Erfolgstreiber bei den Verhandlungen zu Restrukturierungsvereinbarungen. M&amp;A&nbsp;ist dabei&nbsp;ein eigener Bereich,&nbsp;auch in der Rechtsberatung.&nbsp;Folglich macht es Sinn,&nbsp;Expert:innen&nbsp;im&nbsp;rechtlichen&nbsp;Deal-Advisory hinzuzuziehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hinsichtlich der Vorbereitung der Transaktionsf\u00e4higkeit werden von Anw\u00e4lt:innen wesentliche Beitr\u00e4ge geleistet. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise die Sicherheitenstruktur, vereinbarte Covenants und Bestimmungen im Zuge von Finanzierungen, Konzern- und Eigent\u00fcmerstrukturen, geistiges Eigentum wie Marken oder Patente, Assets wie Liegenschaften und Maschinen sowie arbeitsrechtliche Themen mitsamt Pr\u00fcfung aller erdenklicher Vertr\u00e4ge. Geschaffen wird damit nicht nur die Grundlage f\u00fcr eine erfolgreiche Restrukturierung, sondern auch die Basis f\u00fcr eine Legal Due Diligence und die sp\u00e4tere Transaktionsstruktur.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-restrukturierungsberater-nbsp-und-nbsp-transaktionsberater\">Restrukturierungsberater&nbsp;und&nbsp;Transaktionsberater<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist die fr\u00fchzeitige Mandatierung eines Unternehmensberaters&nbsp;oder einer Unternehmensberaterin&nbsp;mit Erfahrung&nbsp;im Bereich der Restrukturierung. Auch hier ist Timing alles. Zuwarten,&nbsp;Wegsehen&nbsp;und&nbsp;Hoffen auf Besserung sind in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten&nbsp;gef\u00e4hrlich.&nbsp;Sp\u00e4testens wenn die Banken die Krise identifiziert und den Kunden an die Restrukturierung \u00fcbergeben haben, steigt der Druck.&nbsp;Zum einen hat das betroffene Unternehmen auf dem Weg dahin vermutlich schon einiges an Geld verbrannt, zum anderen reduziert der nun auf den Plan gerufene Stakeholder Bank die Handlungsfreiheit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmensberater:innen&nbsp;verschaffen sich einen exakten \u00dcberblick \u00fcber&nbsp;das Unternehmen und&nbsp;unterst\u00fctzen&nbsp;bei der&nbsp;Erstellung von Sanierungskonzepten und der Definition von Restrukturierungsma\u00dfnahmen. Sie schaffen die belastbare Grundlage f\u00fcr eine realistische&nbsp;Unternehmensbewertung&nbsp;und die wirtschaftliche Due Diligence. \u00c4hnlich wie bei den&nbsp;Anw\u00e4lt:innen&nbsp;gibt es auch auf M&amp;A spezialisierte&nbsp;Berater:innen. H\u00e4ufig&nbsp;\u2013 und&nbsp;auch hier nicht grundlos&nbsp;\u2013&nbsp;wird von den Banken die Mandatierung eines M&amp;A-Advisors&nbsp;gefordert&nbsp;oder&nbsp;auch als Milestone in Restrukturierungsvereinbarungen verankert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>M&amp;A-Berater:innen&nbsp;erarbeiten eine Transaktionsstrategie,&nbsp;setzen&nbsp;den strukturierten Verkaufsprozess&nbsp;auf und steuern diesen.&nbsp;Sie identifizieren&nbsp;\u00fcber ihre breiten Netzwerke&nbsp;in Frage kommende&nbsp;K\u00e4ufer:innen&nbsp;und sprechen diese an. Schlie\u00dflich erhalten ausgew\u00e4hlte Interessenten Zugang zum von den Beratern eingerichteten Datenraum. Dort stehen s\u00e4mtliche, f\u00fcr eine Due-Diligence ben\u00f6tigte wirtschaftliche und rechtliche Informationen bereit.&nbsp;Hinsichtlich der&nbsp;M&amp;A-Berater:innen&nbsp;ist zu beobachten, dass zunehmend asiatische Player in den Markt dr\u00e4ngen, beispielsweise aus China. Das l\u00e4sst jedenfalls R\u00fcckschl\u00fcsse auf die&nbsp;strategischen Ziele&nbsp;kapitalstarker&nbsp;chinesischer Investoren&nbsp;und das generelle Chancenprofil der Sell-Side zu.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-der-cro-als-nbsp-interim-manager-nbsp\">Der CRO als&nbsp;Interim Manager&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Finanzierende Banken fordern, wie bereits erw\u00e4hnt, nicht grundlos&nbsp;die Bestellung eines&nbsp;CRO. Man traut dem Management,&nbsp;unter dem&nbsp;das Unternehmen in die Krise gef\u00fchrt&nbsp;wurde,&nbsp;nicht zu,&nbsp;es&nbsp;allein&nbsp;aus der Krise herauszuf\u00fchren.&nbsp;Hier&nbsp;gewinnt das&nbsp;Skill-Set des CRO an Bedeutung, denn&nbsp;es&nbsp;sind&nbsp;zunehmend multiple externe Faktoren, die Unternehmenskrisen ausl\u00f6sen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Erfahrene CROs kennen&nbsp;sowohl&nbsp;die Dynamik von Restrukturierungen&nbsp;als auch die von Unternehmensverk\u00e4ufen. Sie&nbsp;wissen mit den Hindernissen auf dem Weg zu Turnaround&nbsp;und Transaktion&nbsp;umzugehen. Sie haben keine blinden Flecken und damit&nbsp;klare&nbsp;Sicht auf die Problemzonen eines Unternehmens,&nbsp;ohne dabei&nbsp;\u201eeverybody\u2019s&nbsp;darling\u201c&nbsp;sein&nbsp;zu m\u00fcssen. Der Sache verpflichtet,&nbsp;setzen sie&nbsp;Ver\u00e4nderungsma\u00dfnahmen&nbsp;frei von Emotionen direkt und transparent um und halten dem restlichen Management den R\u00fccken frei f\u00fcr den reibungslosen Ablauf des Tagesgesch\u00e4fts.&nbsp;In Ansprache und Umgang mit m\u00f6glichen Investoren sind sie erfahren und ebnen in Zusammenarbeit mit den&nbsp;Berater:innen&nbsp;oft den Weg zu einem erfolgreichen Abschluss.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch&nbsp;zeigt sich regelm\u00e4\u00dfig, dass CROs&nbsp;erst&nbsp;viel zu sp\u00e4t eingesetzt werden&nbsp;\u2013 n\u00e4mlich erst dann, wenn externe Stakeholder wie Banken den Druck erh\u00f6hen. H\u00e4ufig&nbsp;stehen&nbsp;Unternehmen&nbsp;zu diesem Zeitpunkt&nbsp;schon an der Schwelle zu&nbsp;einer&nbsp;Liquidit\u00e4tskrise&nbsp;oder sind bereits mittendrin.&nbsp;Das geht&nbsp;wiederum&nbsp;zu Lasten von&nbsp;Handlungsspielraum&nbsp;und Transaktionsf\u00e4higkeit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-restrukturierung-nbsp-als-grundstein-nbsp\">Restrukturierung&nbsp;als Grundstein&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Um in der Restrukturierung die Voraussetzungen f\u00fcr einen M&amp;A-Prozess zu schaffen, ist viel und vor allem harte Arbeit n\u00f6tig. Das bindet in der Regel Zeit und Geld. Folglich ist Distressed M&amp;A keineswegs ein Allheilmittel. Als richtig eingesetztes Instrument ist es aber oft die beste Option, wenn es darum geht, eine Br\u00fccke zwischen Restrukturierung und Exit zu schlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die anhaltende Dynamik exogener Einflussfaktoren bleibt ein Krisentreiber f\u00fcr deutsche und \u00f6sterreichische Betriebe. Exogene Einfl\u00fcsse erschweren es dem Management von Unternehmen, rechtzeitig auf Ver\u00e4nderungen zu reagieren und Strategien sowie Investitionen langfristig zu planen. Generell ger\u00e4t die Wettbewerbsf\u00e4higkeit in \u00d6sterreich unter Druck. Das liegt einerseits an hohen Energiepreisen und Abgaben, andererseits an ausufernder Regulatorik und der fehlenden Planbarkeit von Investitionen. Kostensteigerungen \u00fcber den Preis zu decken, ist im Zusammenhang mit Konsumr\u00fcckgang oft nicht m\u00f6glich. Zus\u00e4tzlich sehen sich Manager:innen mit einer Vielzahl geopolitischer Minenfelder konfrontiert. In Situationen mit zweifelhaftem Ausgang stellt der Investoreneinstieg eine strategisch bedeutende Option dar, um die wirtschaftlichen Verluste zu begrenzen, regulatorische Belastungen zu minimieren und die Chance auf Wertpotenziale zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das K\u00e4uferuniversum untergliedert sich dabei grob in strategische Investoren, Finanzinvestoren (Private Equity und Hedgefonds) und Special-Situations-Fonds. Strategische K\u00e4ufer zeigen Interesse aufgrund von m\u00f6glichen Synergien, Markteintrittschancen oder der \u00dcberwindung von Markteintrittsh\u00fcrden sowie dem Erwerb kritischer Technologien und Know-how. Aus diesem Grund ist die Transaktionsf\u00e4higkeit, die Hoffnung auf ein erfolgreiches Deal-Closure und den Werterhalt bei strategischen K\u00e4ufern deutlich h\u00f6her als bei den \u00fcbrigen Gruppen. Kaufinteresse und Risikoappetit unterscheiden sich auch nach Krisenstadien. Ohne n\u00e4her auf die unterschiedlichen Investoren eingehen zu wollen, sei erw\u00e4hnt, dass diese zunehmend aus dem Ausland kommen. Eine Transaktion erfolgt so mit allen Vor- und Nachteilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein professioneller und effizienter Verkaufsprozess ist in <a href=\"https:\/\/mf.ag\/de\/transaktionsberatung\/\" type=\"link\" id=\"https:\/\/mf.ag\/de\/transaktionsberatung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">krisennahen Transaktionen<\/a> ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Entschlossenes und konsequentes Handeln ist daf\u00fcr die Voraussetzung. Die Mandatierung spezialisierter M&amp;A-Berater:innen sowie die Bestellung eines erfahrenen CRO werden daher situationsabh\u00e4ngig dringend empfohlen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-die-nbsp-buy-side-nbsp-als-ziel-nbsp\">Die&nbsp;Buy Side&nbsp;als Ziel&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p>Selbst wenn man alle Hindernisse und H\u00fcrden der Restrukturierung \u00fcberwinden kann, ist das keine Garantie daf\u00fcr, ein Unternehmen tats\u00e4chlich verkauft zu bekommen. Erw\u00e4hnt seien hier beispielhaft vermeintliche Interessent:innen oder Genehmigungsverfahren kartellrechtlicher Natur. Einmal mehr gilt: Fr\u00fches Commitment, entschlossenes Handeln und professionelle Unterst\u00fctzung durch erfahrene Anw\u00e4lt:innen, Unternehmensberater:innen und Interimsmanager:innen ebnen den Weg zu einem erfolgreichen M&amp;A-Prozess. Wichtig ist dabei, dass Angst der Vernunft nicht im Weg stehen darf und falsche Sparsamkeit (Restrukturierungen sind teuer) nicht der Wirksamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Investoren k\u00f6nnen das Marktumfeld in der Regel sehr gut einsch\u00e4tzen. K\u00e4uferseitig stehen die gesch\u00e4ftsstrategischen Chancen dem weiteren Reorganisationsaufwand post Deal gegen\u00fcber. Der Preis wird zum Thema. Und damit er nicht zum Deal-Breaker wird, m\u00fcssen die Stakeholder der Sell-Side Zugest\u00e4ndnisse machen, um das Target im Verh\u00e4ltnis wieder attraktiver zu machen. Aus Sicht der Banken bleibt die Hoffnung, am Ende des Tages doch noch, und wenn auch nur in Teilen, r\u00fcckgef\u00fchrt zu werden. Denn ein Deal ist oft besser als kein Deal.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob der Fortbestand eines Lebenswerks, der Erhalt von Arbeitspl\u00e4tzen und die Tilgung ausfallsgef\u00e4hrdeter Finanzierungen im Zuge einer Transaktion erreicht werden k\u00f6nnen, wird sich im Einzelfall zeigen. Viele Unternehmen stehen mit den Verhandlungen zu Restrukturierungsvereinbarungen jedenfalls erst am Anfang dieser Reise.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons alignwide is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-a89b3969 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button has-custom-width wp-block-button__width-50 button-arrow\"><a class=\"wp-block-button__link has-contrast-color has-base-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/mf.ag\/de\/artikel\/ma-in-der-immobilienbranche\/\" style=\"border-style:none;border-width:0px;padding-top:var(--wp--preset--spacing--40);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--40)\">M&amp;A&nbsp;in der&nbsp;Immobilienbranche<br><i class=\"fas fa-arrow-right\"><\/i><\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button has-custom-width wp-block-button__width-50 button-arrow\"><a class=\"wp-block-button__link has-contrast-color has-base-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/mf.ag\/de\/artikel\/operational-excellence-als-weiterentwicklung-des-management-factory-portfolios\/\" style=\"border-style:none;border-width:0px;padding-top:var(--wp--preset--spacing--40);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--40)\">Operational Excellence als Weiterentwicklung des Management Factory Portfolios&nbsp;&nbsp; <i class=\"fas fa-arrow-right\"><\/i><\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button has-custom-width wp-block-button__width-50 button-arrow\"><a class=\"wp-block-button__link has-contrast-color has-base-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/mf.ag\/de\/artikel\/sieben-erfolgsfaktoren-fuer-transaktionen-in-der-restrukturierung\/\" style=\"border-style:none;border-width:0px;padding-top:var(--wp--preset--spacing--40);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--40)\">Sieben Erfolgsfaktoren&nbsp;f\u00fcr&nbsp;Transaktionen&nbsp;<br>in&nbsp;der&nbsp;Restrukturierung&nbsp;<br><i class=\"fas fa-arrow-right\"><\/i><br><\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button has-custom-width wp-block-button__width-50 button-arrow\"><a class=\"wp-block-button__link has-contrast-color has-base-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/mf.ag\/de\/artikel\/kim-2026-the-power-of-change-der-fixpunkt-fuer-interim-managerinnen-im-deutschsprachigen-raum\/\" style=\"border-style:none;border-width:0px;padding-top:var(--wp--preset--spacing--40);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--40)\">KIM 2026 \u2013 THE POWER OF CHANGE <i class=\"fas fa-arrow-right\"><\/i><\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Spannungsfeld zwischen letztem Ausweg und strategischem Instrument betroffener Stakeholder Nach Jahren der Rezession entf\u00e4llt stabiles Wirtschaftswachstum als nat\u00fcrlicher \u201eSanierer\u201c. Der M&amp;A-Prozess wird zunehmend zum Kern von Restrukturierungskonzepten und au\u00dfergerichtlichen Vereinbarungen. In diesem Beitrag erl\u00e4utert Hartwig Skala die Aspekte von Distressed M&amp;A im au\u00dfergerichtlichen Verfahren aus Sicht von Banken und Eigent\u00fcmern. 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Der M&amp;A-Prozess wird zunehmend zum Kern von Restrukturierungskonzepten und au\u00dfergerichtlichen Vereinbarungen. In diesem Beitrag erl\u00e4utert Hartwig Skala die Aspekte von Distressed M&amp;A im au\u00dfergerichtlichen Verfahren aus Sicht von Banken und Eigent\u00fcmern. Hartwig Skala ist Restructuring Manager Corporates der Oberbank und Vorstand von ReTurn, dem unabh\u00e4ngigen Experten-Forum f\u00fcr Restrukturierung und Turnaround Management. In den letzten Jahren hat das Restrukturierungsgeschehen in Deutschland und \u00d6sterreich stark zugenommen. Ein R\u00fcckgang ist aus aktueller Sicht nicht zu erwarten. 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