Als Executive Interim Manager:innen müssen wir regelmäßig entscheiden, wie viel Home Office wir gewähren sollen. Wir müssen das in den Firmen entscheiden, die uns anvertraut wurden, und auch für uns selber, ist es doch zunehmend üblich, dass auch Manager:innen nicht fünf Tage vor Ort sind.

Prof. Dr. Yasmin Weiß, Professorin für Betriebswirtschaftslehre mit den Forschungsschwerpunkten Future Skills und Future of Work, fasste in einem Post vor kurzem zusammen, wann remotes Arbeiten suboptimal ist:

„Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, bei welchen konkreten Tätigkeiten die physische Zusammenarbeit einer virtuellen klar überlegen ist: Immer dann,…

1. Wenn Menschen Vertrauen zueinander aufbauen möchten (z.B. im Onboarding)
2. Wenn kritische Gespräche zu führen & kritische Entscheidungen zu treffen sind
3. Wenn gemeinsam strategisch-kreativ nach vorne gedacht werden soll
4. Wenn Innovation unter Nutzung von Diversität und zufälligen Begegnungen entstehen soll
5. Wenn das „Wir-Gefühl“ gestärkt und miteinander gefeiert werden soll

Für diese Tätigkeiten lohnt es sich, physisch zusammen zu kommen; bei nahezu allen anderen Tätigkeiten kann auch remote in vergleichbarer Qualität kollaboriert werden.

Daher macht eine gute Balance aus Präsenz- und Remote-Arbeitstagen Sinn. Nicht dogmatisch, sondern in Abhängigkeit der jeweiligen Tätigkeit und Zielsetzung.“

Da wir bei unseren Mandaten oft mit Ausnahmesituationen zu tun haben (Restrukturierungen, Transformationen und Post-Merger Integrationen) ist es selbstredend zielführend, dass wir Interim Manager:innen viel vor Ort sind. Alle fünf oben genannten Punkte sind bei unseren Aufträgen höchst relevant.

Wobei es auch hier wunderbare Beispiele gibt, die das Gegenteil beweisen. Gisela Kollmann wurde vom DÖIM – Dachorganisation öst. Interim Management 2021 zur besten Interim Managerin des Jahres ausgezeichnet und sie konnte bzw. musste ihr Interim Projekt in Corona Zeiten fast ausschließlich remote über Videokonferenzen managen.

Aber Covid-19 führt ja glücklicherweise nicht mehr zu Lockdowns und wir können wieder vor Ort arbeiten. Bei der Umsetzung einer ausgewogenen Büro – Home Office Strategie empfiehlt Yasmin Weiss übrigens folgende Daumenregel:

„Macht die Büros halb so groß und doppelt so cool!“

Auf die Frage Ihrer Studierenden, was ein überzeugendes Argument für sie sei, gerne ins Büro zu kommen, war die am häufigsten genannte Antwort ganz profan: „Megaguter Kaffee mit coolen Kollegen!!!“

Das Foto anbei mit den hängenden Gärten ist im Headquarter der BayWa AG in München entstanden.

Wie viele Tage pro Woche arbeiten Sie im Home Office und wie viele Tage gewähren Sie Ihren Mitarbeiter:innen?