Um Einblicke in den österreichischen Executive Interim Management – Markt zu erhalten, sprachen wir mit Thomas Tschol, Partner und Mitbegründer von Management Factory. 

Welche Executive Interim Management-Leistungen sind in Österreich am gefragtesten? 

In der Top-Führungsebene sind mit rund 30 % die CFO- und CRO-Positionen am stärksten nachgefragt. Dann folgen mit rund 25 % der Positionen im Bereich der Operations wie z.B. COO, Leitung Supply Chain und Werksleitung. Ein ähnlich großer Anteil entfällt auf Interim Management-Positionen in den Supportbereichen HR, IT und Legal. Sales und Marketing-Positionen werden auf C-Level Ebene hingegen seltener interimistisch besetzt. Hingegen gibt es immer mehr Mandate für konkrete Aufgabenstellungen im Programm- und Projektmanagement. 

Welcher Bereich wächst 2023 am stärksten? 

Das größte Wachstum beobachten wir derzeit bei mittelständischen Unternehmen in den Bereichen der Restrukturierung und großer Veränderungsprojekte. 

Wie groß ist der Executive Interim Management-Markt in Österreich? 

Wir schätzen den österreichischen Markt auf rd. 275 Mio. Euro. Das passt gut zu Schätzungen zum deutschen Interim Management – Markt. Dieser wird mit rd. 2,75 Mrd. EUR taxiert, das heißt wir haben hier eine Relation von ca. 1:10 zwischen Österreich und Deutschland. 

Relevant ist für uns dann die weitere Segmentierung: Wir gehen davon aus, dass der Markt für Executive Interim Manager:innen, d.h. für Positionen in der ersten und zweiten Führungsebene rd. 30 % des Gesamtmarkts ausmacht. Hier sprechen wir somit von einem Honorarvolumen von gut 80 Mio. EUR alleine in Österreich.

Das jährliche Honorarvolumen für Interim Manager:innen beträgt in Österreich bereits € 275 Millionen pro Jahr.

Thomas Tschol, geschäftsführender Partner der Management Factory

Was bedeuten Pandemie und Ausbruch des Ukraine Kriegs für den Executive Interim Management-Markt? 

Gerade in Krisen-Situationen schätzen Unternehmen die schnelle Einsatzbereitschaft, Kompetenz und Objektivität externer Manager:innen. Es ist somit nicht überraschend, dass der Markt in den letzten Jahren deutlich gewachsen ist. Wir rechnen auch in den nächsten Jahren mit viel Volatilität und Unsicherheit. Das Ende der Corona-Hilfen, Lieferkettenprobleme, hohe Zinsen, abrupte Nachfrageschwankungen und der Krieg in der Ukraine führen zu einem gestiegenen Restrukturierungsbedarf. Neben Sanierungen, Turnarounds und Transformationen  gewinnen aber auch die Themen Umwelt, Soziales und Governance an Bedeutung. Ich gehe davon aus, dass das ESG Segment im Interim Management in den kommenden Jahren stark zulegen wird.  

Welche Branchen nutzen Interim Management Services in Österreich am häufigsten? 

Automobilzulieferer, Maschinen- und Anlagenbauer, Metallverarbeitung, Elektroindustrie, Hersteller von Konsumgütern und der Einzelhandel gehören zu den Hauptkunden von Interim Management-Dienstleistungen

Wie hat sich Interim Management in Österreich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern entwickelt? 

Die Entwicklung in Österreich war im Vergleich zu Ländern wie Deutschland langsamer. Traditionell werden Interim-Dienstleistungen mit Krisenmanagement in Verbindung gebracht, doch inzwischen gibt es eine steigende Nachfrage in Bereichen wie Wachstum, Innovation, Entwicklung, Vertrieb und Digitalisierung. Interim Management wird immer mehr zu einem wichtigen Managementinstrument. 

Sie sind einer der Pioniere im österreichischen Executive Interim Management-Markt. Können Sie als Mitbegründer von Management Factory einige Einblicke in die Entwicklung des Unternehmens geben? 

Meine Kollegen @Gerhard Wüest, @Reinhold Pfeifer und ich gründeten Management Factory 2001. Zunächst konzentrierten wir uns auf Beratung und Strategie, mussten jedoch schnell feststellen, dass viele Kunden die gemeinsam erarbeiteten Vorschläge nicht effektiv umgesetzt haben – aus den verschiedensten Gründen. Um diesem Problem zu begegnen, haben wir uns entschieden, neben der Beratung auch die Umsetzung als Dienstleistung anzubieten. Dieser Ansatz erwies sich als äußerst erfolgreich. 

Durch die Kombination von Beratungserfahrung und Managementkompetenz konnten wir analytisch anspruchsvolle und operativ umsetzbare Lösungen für unsere Kunden liefern. Da die Umsetzung ja letztlich der Schlüssel zum Erfolg ist, wuchs der Bereich Executive Interim Management bei uns dann überproportional stark. 

Die Partner der Management Factory haben vor einem Jahr das Unternehmen in die Valtus Gruppe eingebracht. Warum haben Sie diesen Schritt gesetzt?  

Erstens wollen wir unsere Kunden auch international unterstützen. Immer mehr österreichische Unternehmen brauchen Manager:innen im Ausland. Und umgekehrt steigt die Nachfrage aus dem Ausland. Valtus ist hier als größter europäischer Interim-Management Provider der ideale Partner. Aktuell sind ca. 20 % unserer Aufträge international. 

Und zweitens möchten wir mit diesem Schritt  die Verbreitung des Angebots der Management Factory über die CFO- und CRO-Positionen hinaus beschleunigen. 

Haben Sich Ihre Erwartungen erfüllt?  

Ja, in beiden Punkten. Wir sind bei Valtus jetzt 40 Partner:innen in sechs Ländern. Der Umsatz der Gruppe betrug im Jahr 2022 € 112 Mio. und der Anteil internationaler Mandate liegt bei 33 %. Mit der Valtus Alliance bauen wir gerade ein globales Netzwerk auf. Aktuell laufen Mandate in über 50 Ländern.  

Wofür steht Valtus? 

Unser Slogan lautet „Moving Business forward. Fast!”. Das braucht man nicht zu übersetzen. Und die Values haben wir mit „Care, Dare, Share“ auf den Punkte gebracht. Wir kümmern uns um unsere Kolleg:innen, Manager:innen, Kund:innen und um die Welt, in der wir leben. Wir trauen uns, Neues auszuprobieren, Chancen zu nützen und anders zu denken. Und wir möchten Erfolge, Herausforderungen und Know-How teilen.  

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